Neu im Dezember 2001

projektiertes Babylon

Jahres-End-Kalender 2001
5 Jahre Avantart
Egon Erwin Kisch in Armenien
A.R.S. zu Gast bei AVANTART
RipFiles auf e-workers.de

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Liebe Freunde von Avantart!

Das ist schon wieder ein letzter Monat eines Jahres und wie immer: kaum hat man das neue Jahr akzeptiert und gelernt, die Jahreszahl fehlerfrei zu schreiben, schon ist das Jahr wieder um.

Aber so schnell wie andere Jahre ist dieses Jahr nicht verflogen, oft dehnte sich die Zeit unendlich, hatte ich das Gefühl, in einer Kugel gefangen zu sein, die sich ausbeult und verformt, die mich aber nicht freigibt. Die Zeit stand einige Male still und erschütterte unser Vertrauen in den Boden, auf dem wir stehen, das Vertrauen auf die zwar fehlerhafte, aber doch festgefügte Welt.

Da ist der Versuch einer Schmerzensnumerierung auch wieder nur ein Versuch, Ordnung in eine Unordnung zu bringen.
Bamyander erste Schmerz, der mich heftig traf, war die Zerstörung der Buddha-Statuen von Bamyian, die Hybris Einzelner, die glauben, sich über den Glauben und die Schönheit Tausender von Jahren erheben zu können. Ihr Gott ist sicherlich nicht mein Gott. Denn sie haben keinen Gott, sie können gar keinen Gott dulden, wären sie doch ganz klein neben ihm.

der zweite Schmerz, der die Zeit endlos dehnte, war die Zerstörung des WTC und des Pentagon in USA. WTCEs war nicht nur furchtbar, zu sehen was Verblendung und Haß bewirken, für mich war und ist auch furchtbar, wie hilflos und verblendet die Reaktionen auf diesen ungeheuerlichen Vorgang waren.
Statt die Ursachen für die Teilung der Welt zu ergründen, werden die Errungenschaften unserer jahrhundertelangen politischen Kultur über Bord geworfen: die Bürgerrechte werden eingeschränkt, die USA erwägen Militärtribunale anstelle Gerichtsverfahren, jahrelange Ignoranz gegenüber der islamischen und arabischen Welt führt zu vorschnellen Verurteilungen und spaltet die Welt.
Und wir Europäer folgen in blindem Gehorsam, wer vor der unseligen Verquickung von Terrorbekämfpung, Beschneidung der Bürgerrechte und Begleichung alter Rechnungen im Hindukusch warnt, wird überschrieen. Man hört nicht hin, denn man weiß ja schon alles, die Schuldigen sind schnell gefunden und die Urteile schnell gefällt.

Pierre BoulezWer vor 30 Jahren einmal polemisch die Sprengung aller Opernhäuser gefordert hatte, wird nun morgens um 6:00 Uhr von der Polizei aus dem Hotelbett gezerrt und der Komplizenschaft mit Bin Laden verdächtigt. Ja, haben denn alle den Verstand verloren?
In harten Zeiten zeigt sich anscheinend wiedereinmal, daß Kultur immer verdächtig ist.
Ein radikaler Komponist (Pierre Boulez) ist eben auch ein Terrorist.



Der dritte Schmerz: die vielversprochene Hilfe für das afghanische Volk bleibt aus, das Elend wird nicht in Angriff genommen, die zu erwartende Hunger-Katastrophe wird eintreten und alle haben es gewußt. Aber keiner will wirklich helfen.


Der vierte Schmerz ist ein privaterer Schmerz: meine Foto-Arbeit im Wladimirski-Palast in Carskoe Selo wurde zerstört, noch ehe die Ausstellung wahrgenommen werden konnte. Ein Akt des Vandalismus, der mich sehr verletzt hat.


Der Jahres-End-Kalender 2001: Wie fast jedes Jahr habe ich auf Avantart einen Adventskalender, einen Jahres-End-Kalender oder einen Plus-Minus-Kalender. Dieses Jahr ist es wieder ein Kalender für den ganzen Monat Dezember. Die Inhalte hinter den Fenstern sind Schnappschüsse aus diesem Jahr, kleine Momentaufnahmen aus dem Alltagsleben.

Alle Kalender zur Auswahl finden Sie auf dieser Seite.



5 Jahre Avantart

Ganz unbemerkt fand ein kleines Jubiläum statt: seit November 1996 gibt es nun die Domain www.avantart.com und damit ist Avantart sicherlich ein Webseiten-Veteran!

In diesen 5 Jahren hat sich viel Material auf diesen Seiten angesammelt, viele Projekte, Reiseberichte, Musikerporträts und so ist die Domain, die von Anfang an zweisprachig war, ein Spiegel meiner Interessen.

Und wie das mit Interessen so ist: sie verschieben sich, verlagern sich mit dem Zeitlauf.

Ich stelle fest, daß ich zur Zeit wenig Musik vorstelle, wenig Musiker, Komponisten, Interpreten, Ensembles, mich beschäftigen zur Zeit mehr die Lyrik und die Photographie, die armenische Kultur und die Musik des Komponisten Avet Terterian.

Kleine Neben-Domains entstanden, sozusagen als Unterprojekte von AVANTART:

Mein erstes Photo-Projekt ist auf www.zweiterblick.de online, ich leide unter Lärm und predige die Einschaltverweigerung, erlebe die Krisendichte meines Alltags und träume von einer Reise nach Sibirien

Zur Musik komme ich sicherlich wieder zurück, sie ist nicht verschwunden. Sieht man auch daran, daß ich neue Gäste auf Avantart habe: das Trio A.R.S.



Egon Erwin KischEgon Erwin Kisch in Armenien:

Immer schon,seit ich lesen kann und mich für die Welt interesse, kannte ich Egon Erwin Kisch, den rasende Reporter. Ich wußte, daß er auf eine ganz ungewohnte Weise aus der Welt berichtete, einer Welt im Umbruch, vor dem großen Weltkrieg, als sich die Diktaturen schon abzeichneten. Nun fand ich in einem seiner Hauptwerke einen Reisebericht über Armenien, er berichtet über ein Treffen mit dem Katholikos der armenischen Kirche. Lesen Sie!



A.R.S. improvised music


Ich kann Ihnen neue Gäste auf Avantart vorstellen:

A.R.S. haben nun Ihre Seiten hier bei mir.


Und hören kann man sie auch ....



Seit langer Zeit sind die RipFiles unter www.avantart.com/ripfiles eine feste Größe im deutschen Internet. Paeng hat sich hier vorgenommen, Ideenklau und andere unerquickliche Phänomen des Netzes anzuprangern. Dies tut er nachwievor, aber die Seiten haben neben der alten Adresse einen neuen Platz: auf e-workers.de

Immer wieder bin ich überrascht von der Kontinuität, mit der dem Thema nachgespürt wird, der Vielfalt und der reizvollen, öfter wechselnden Gestaltung.

Bleibt mir nur zu wünschen, daß den Ripfiles die Themen nie ausgehen mögen? Das braucht man nicht wünschen, das kann man vorhersagen ohne über wahrsagerische Kräfte zu verfügen ;=(



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cmg@avantart.com
Avantart's URL: http://www.avantart.de