Neu im Januar 2001

In den Karpathen: heroische Huzulen Weihnachten in der Ukraine

Krakau - die Königsstadt in der Weihnachtszeit

Die armenische Kirche von Lviv ist wieder geöffnet

Tri-Ya: Julia, Anastasia und Yuri Yaremtchuk:
Konzerte mit Heinz-Erich Gödecke

Galizien: Photoberichte von unserer Reise

Ein Portrait von Igor Yanovich

Ein Portrait von Oleg Dergatschov


Bruno Schulz, der galizische Kafka

und sonst..

Splitter und kleine Gedanken, Psychohygiene

Sainkho's Presse-Photos

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>Konzerte und Festivals


Liebe Freunde von Avantart!

Lange Zeit glaubte ich, daß ich in Mitteleuropa lebe, daß Deutschland zu Zentral-Europa gehört. Aber nach dem Fall des Eisernen Vorhanges mußte ich umlernen. Nun verstehe ich daß das tatsächliche Zentraleuropa wesentlich östlicher liegt: der geographische Mittelpunkt Europas liegt in den ukrainischen Karpaten und Polen und die Ukraine gehören zu Zentraleuropa...

Polen hat in den letzten 10 Jahren eine imposante Entwicklung durchgemacht und wird bald Mitglied der EWG sein, aber die Ukraine liegt weit zurück... eine zerstörte Wirtschaftsstruktur, ein schweres historisches Erbe und ein instabiles politisches System ..., trotzdem ist das europäische Erbe nicht zu leugnen: Lviv gehört neben Prag und Budapest zu den Hauptstädten des österreichisch-ungarischen Reiches, aber dieser Glanz liegt lange zurück.

Ich erlebte die Ukraine als ein Land mit vielen Widersprüchen, ein Land, das sich eine bessere Zukunft wünscht, dem aber viele Grundvoraussetzungen dafür fehlen...

Auf der anderen Seite traf ich energische, starke Persönlichkeiten, Künstler, Musiker, viele...

Nach und nach werde ich meine Eindrücke, Erlebnisse und Berichte hier auf Avantart vorstellen.



Weihnachtszeit in Lviv

Weihnachten findet in der Ukraine 2 Wochen später als bei uns statt und Geschenke werden in der Neujahrsnacht getauscht. Ich habe diese festliche Zeit in der Ukraine verbracht und habe viele Eindrücke mitbringen können.

Da ich gerade erst zurückgekommen bin, kann ich die Januar-Themen vorerst nur ankündigen.

Viele neue Themen habe ich mitgebracht: aus der Literatur, Musik, der Kunst und dem Alltagsleben..
die fast monochromen Gemälde von Igor Yanovich
die absurd-surrealistischen Arbeiten Oleg Dergatchov
Bruno Schulz, der karpatische Kafka
die Musik von Yuri Yaremchuk....


Turm der armenischen Kirchein der armenischen Kirche in LvivMehr als fünfzig Jahre wurde die armenische Kirche Lviv's als Ikonenlager genutzt und war deshalb der Öffentlichkeit nicht zugänglich, Gottesdienste wurden in einem Raum im großen Turm der Kirche abgehalten.

Nun konnte am 5. Januar 2001, im Jubiläumsjahr der armenischen Kirche, diese Kirche wieder geöffnet werden. Ich konnte die Kirche, die wegen ihrer reichen Malereien gerühmt wird, besichtigen und auch mit Ararat Terterian, dem Diakon der Gemeinde, sprechen und meine Freude über die Wiedereröffnung ausdrücken.

Die armenische Kirche: ein Bildbericht.

Die Lviver Wochenzeitung POSTUP brachte einen großen Artikel über die Wiedereröffnung. Ich gebe ihn hier in ukrainischer Sprache wieder.





Yuri Yaremtchuk hält die Fahne der improvisierten Musik hoch in Lviv. Er arbeitete mit Kuryokhin, Letov, ist Mitglied des Moscow Composers Orchestra und verdient sein Brot als Saxophonist in einem Restaurant. Die freie Musik hat es schwer in Lviv. Es gibt nur wenige Veranstaltungsorte und wenig engagierte Musiker.

Anastasia Yaremtchuk und Julia Yaremtchuk studieren am Lviver Konservatorium Flöte und Klavier. Sie sind mit der freien Musik aufgewachsen und arbeiten zusammen mit ihrem Vater im Trio Tri-Ya.

Yuri Yaremtchuk lud Heinz-Erich Gödecke zur Jahreswende 2000/2001 nach Lviv ein und organisierte zwei Konzerte.



Bruno SchulzBruno Schulz (1892-1942), ein Zeichenlehrer aus der kleinen, damals polnischen Stadt Drohobych, wurde bei uns im Westen bekannt durch seine Erzählungen Die Zimtläden, die ihn in eine Reihe neben Franz Kafka stellten. Schulz, der auch Kafka ins Polnische übersetzte, schrieb eine Prosa, deren surrealistische Inhalte sich ins Gedächtnis brennen.

Ich las diese Erzählungen vor fast 30 Jahren, wahrscheinlich noch während meiner Schulzeit.

Die Erinnerung an diese Traumbilder, vermischt mit den Romanen und Erzählungen anderer galizischer Schriftsteller wie Joseph Roth oder Scholem Aleichem, zusammen mit den Fotoreportagen Roman Vishniacs aus den vom Holocaust bedrohten jüdischen Stedtl, formte in mir ein Bild einer untergegangenen Welt: Galizien.

Und nun war ich in Galizien, einer Region, die es nicht mehr gibt, politisch aufgeteilt zwischen Polen und der Ukraine.

Es gibt keine galizische Bevölkerung mehr, die Mitglieder der Bourgeoisie enteignet oder emigriert, die Juden wurden umgebracht, die Polen deportiert nach Polen, in ehemaligen Galizien leben nunmehr fast nur noch Ukrainer, eine christliche agrarisch geprägte Bevölkerung. Sie leben in den großen Häusern der Städte Lviv oder Brody, die Synagogen in Drogobych werden als Wohngebäude genutzt oder stehen leer, verfallen und werden von der Bevölkerung als Toiletten benutzt, die Menschen wissen wenig oder nichts von der vergangenen Kultur und doch weht ab und an die Erinnerung durch.

Ich war also in Galizien. Fühlte mich wie in einem großen Szenario des Déja vu. Literatur kann Heimat geben oder einen festen Boden, vieles sprach zu mir und die absurden Situationen im Drogobycher Hotel überraschten mich nicht. Das mußte so sein.


Eastern Galicia: Lviv, Pre-Carpaty and Carpaty Mountains
Photo-Strecken von unserer Reise von Lviv nach Drogobych, durch die Prä-Karpathen und die Karpathen.


Das ländliche Galizien

ein Markttag in der kleinen galizischen Stadt Drogobych. Drogobych ist eine arme, graue Stadt und die Photos, die ich hier zeige, täuschen ein wenig darüber hinweg, denn ich hatte etwas Scheu, die Menschen zu photographieren.

Die Neue Synagoge in Drogobych

Die Holzkirchen von Drogobych

Bleib da- Hotel Tulstan in Drogobych

Von Borislav nach Turka und Strij - in den ukrainischen Karpathen



Oleg dergatchov with HE GödeckeIgor YanovichOleg Dergatchov, der surrealistische Grafiker und Metallbildner und Igor Yanovich, dessen abstrakte Bilder das Herz öffnen und die Seele stärken, auch er wird hier auf Avantart demnächst porträtiert.

Ich freue mich, daß ich sie treffen und ihre Kunst kennenlernen konnte.


Oleg Dergatchov


SplitterSchon im letzten Dezember habe ich damit angefangen, einige Gedanken aufzuschreiben, kleine Bemerkungen, Randbemerkungen, was mir auffällt, mich antreibt oder mir durch den Kopf geht..

Dieses Aufschreiben ist ein sicherlich ein wenig Psychohygiene, das will ich nicht bestreiten. Es reicht oft nicht für einen längeren Text, aber verloren soll es auch nicht gehen.

trouvailles, splitter


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Speck in SchokoladeLöschkommando angetreten
Ein Doppelzimmer für 60 Grybnia Natürlich gab es auch einiges Amüsantes auf dieser Reise:

so erfuhr ich, daß Wagemutige auch die ukrainische Spezialität Speck in Schokolade probieren,

wir bewunderten die Farbenpracht einer Feuerlösch-Station

und wir genossen die Gastlichkeit des Drogobycher Hotels Tulstan....

aber davon später mehr!


Sainkho Namchylak

es gibt nun 3 Pressephotos von Sainkho Namchylak zum Download


alle mit 300 dpi im TIF-Format.



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