26. Januar 2003
Aufrüstung des Alltags
so ganz still schleicht sich eine Militarisierung in die Köpfe:
- Citroen zeigt Werbespots mit tieffliegenden Düsenjägern
- die Kids tragen Tarnklamotten
- ein öffentlich-rechtlicher Sender wie NDR 3 zeigt einen stundenlangen Dokumentarbericht über den Alltag auf einem USA-Flugzeugträger im Golf
- und die Privatsender sendeten ja immer schon USA-Propaganda-Filme im Nachmittagsprogramm
sowas nannte man mal
geistige Aufrüstung und sie schleicht sich wieder in die Köpfe
merkt das denn keiner?
hat denn die Staatsbürgerkunde nichts bewirkt? Hat sich die ganze Information immer nur an der Nazi-Zeit festgemacht und keine Sensibilität für die Gegenwart herausgebildet?
26.01.2003, 23:47 Kategorie: Aufruestung
Praxis und Theorie
26.01.2003, 22:30 Kategorie: Versuch und Irrtum
Krieg:
Man soll Massenmördern glauben, wenn sie ihre Massenmorde ankündigen.
Hermann Kesten (1900-96)
26.01.2003, 13:45 Kategorie: Aufruestung
19. Januar 2003
Eginald Schlattner: Rote Handschuhe

stolz bin ich:
Im Februar erscheint im
dtv-Verlag die Taschenbuchausgabe des Bandes "Rote Handschuhe" von Eginald Schlattner.
Eine Auseinandersetzung mit Schuld und Verstrickung im stalinistischen Rumänien.
Die Fotographie auf dem Umschlag stammt von mir, aufgenommen im Dezember 2000 in den Karpaten.
Das macht mich schon stolz.
und hier der obligatorische Link:
Eginald Schlattner: Rote Handschuhe [mehr ...]
19.01.2003, 13:21 Kategorie: gelesen
16. Januar 2003
ÖffentlicherPersonenNahVerkehr:
auch die permanente bandgesteuerte Wiederholung der immergleichen Ansagen (gleiche Haltestelle / gleicher Text) ist Lärmbelästigung.
.. auch mit ihrer Geldkarte
16.01.2003, 22:40 Kategorie: mitgehoert
so eine Zuordnung sehe ich nur ungern:

im Lyrik-Regal bei Rombach drängeln sich Bändchen von Kristiane Allert-Wybranicz neben ein Buch von Anna Akhmatova.
Haben die die A-W nicht ins falsche Regal gestellt?
16.01.2003, 22:37 Kategorie: Versuch und Irrtum
15. Januar 2003
Märchen
Auf der Suche
nach etwas Schönen wie Schnee
ging ich leer aus
bis es des Wegs zu schneien begann.
Elisabeth Borchers
15.01.2003, 17:24 Kategorie: gelesen
14. Januar 2003
Adam Zagajewski: Ich schwebe über Krakau
Adam Zagajewski beschreibt seine Studienzeit in Krakau und schildert auch das Schicksal eines alten Gelehrten, der auch Bruno Schulz gekannt hatte:

Szuman, ein ziemlich kleiner, untersetzter, kahlköpfiger Mann, war vor dem Krieg mit Witkacy befreundet gewesen, hatte Bruno Schulz gekannt. Zahlreiche Briefe von Schulz an Szuman, anfangs ziemlich unterwürfig, sind erhalten geblieben. Szuman war bereits ein angesehener Intellektueller, als der damals noch unbekannte Schulz, Zeichner und Literat, Lehrer für Handarbeiten am Drohobyczer Gymnasium, der einen Förderer mit großem Namen suchte, mit ihm zu korrespondieren begann. ...
Aber der physisch anwesende Szuman blieb unbeachtet. Das Interesse suchte Umwege. Es wäre übertrieben, von Liebe oder Sympathie zu reden, ich war in Szuman nicht verliebt, aber ich wußte immerhin, daß er im Geistesleben der Vorkriegszeit eine wichtige Rolle gespielt und Stanislaw Ignacy Witkiewicz und Bruno Schulz gut gekannt hatte, sicher auch Irzykowski und Leute, die seinerzeit Stanislaw Brzozowski begegnet waren - denn alle diese waren m eine Helden, die Autoren meiner Lieblingsbücher, heimliche Freunde meiner Nachmittage in Bibliotheken, wenn ich die langweiligen Lehrbücher der Psychologie beiseite schob und mich in Poesie, Essays und Romane vertiefte - wenn ich mir vergegenwärtigte, daß der alte Szuman mit all diesen nicht mehr lebenden Größen einst vertraut umgegangen war, gewann er in meinen Augen ungeheuer an Achtung.
Ich stellte mir seine Begegnungen mit den Genies vor, seien Gespräche mit Witkaczy, sein erstes Treffen mit Bruno Schulz. Ich vergegenwärtigte mir jene nicht mehr existierende, von Deutschen und Russen zerschossene Kultur, die großen, schönen Wohnungen, die Bilder an den Wänden, die riesigen Bücherschränke, vor allem aber die Klarsicht und die geistige Freiheit jener Menschen, die sich ihre Überzeugungen selber auswählten, ihren Pessimismus, und die noch nicht im Schatten des Molochs der einen einzigen aggressiven Partei lebten. Sie hatten ihre Wohl getroffen: Im düsteren Licht der dreißiger Jahre priesen sie nicht - wie viele ihrer Zeitgenossen in anderen Ländern Europas . die radikalen, hysterischen Lösungen des Hitlerismus oder Kommunismus, schwangen sich nicht zu Anwälten der Wirklichkeit auf, um zu predigen, daß alles, was real sei, auch vernünftig sei.
aus:
Adam Zagajewski: Ich schwebe über Krakau, Hanser, München 2000, Seite 46 - 49
14.01.2003, 22:27 Kategorie: gelesen
11. Januar 2003
aus: W.G. Sebald: Austerlitz
...
Vor ich mich niederlegte, drehte ich den Radioapparat an, der neben dem Bett auf dem Bordeauxkistchen stand. Auf der runden Leuchtscheibe erschienen die Namen der Städte und Stationen, mit denen ich in meiner Kindheit die ausländischsten Vorstellungen verband - Monte Ceneri, Roma, Ljubljana, Stockholm, Beromünster, Hilversum, Prag und andere mehr. Ich stellte den Ton sehr leise, horchte auf eine in großer Ferne in den Äther gestreute, mir unverständliche Sprache, eine weibliche Stimme, die manchmal unterging zwischen den Wellen, dann wieder auftauchte und sich überkreuzte mit dem Spiel zweier behutsamer Hände, die sich an einem mir unbekannten Ort über die Tastatur eines Bösendorfer oder eines Pleyel bewegten und gewisse, weit in den Schlaf hinein mich begleitende Klangsätze hervorbrachten, ich glaube, aus dem Wohltemperierten Klavier.
Ja, Hilversum, Beromünster, Monte Ceneri, diese Namen waren mir immer ein Rätsel, wenn ich sie dann endlich auf der Senderskala entziffert hatte....
11.01.2003, 09:37 Kategorie: gelesen
09. Januar 2003
noch nicht mal "format C:"...
tja, da ist der alte Rechner im Büro nun "leergeräumt", die persönlichen Daten übertragen auf den neuen und viel gelöscht, und dann wollte ich doch noch die Platten formatieren, bevor das Teil seinen Dienst als Printserver irgendwo antritt
und das funzt einfach nicht....
- booten von CD: nada
- booten von BootDisk: nada
- lowlevel-Formatierung über das ATAPI-Tool: nada...
tja, dann eben mit WIPEDISK und gut is...
war ein 200er Pentium (!) mit 3 GB Festplatte, WIN NT und eigentlich so richtig 'eingefahren', der Abschied fällt mir aber nicht schwer, private Rechner kann ich nicht so einfach abgeben...
09.01.2003, 16:30 Kategorie: Alltag
05. Januar 2003
der Schnee macht Alles schöner...
05.01.2003, 14:43 Kategorie: Alltag
was vom Christbaum übrig blieb
05.01.2003, 14:28 Kategorie: Abfall
03. Januar 2003
das muss reichen
03.01.2003, 14:36 Kategorie: Alltag