29. Juli 2003
Tahar Ben Jelloun über die moralischen Defekte der USA
Der Schrecken ist ohne Worte und tonlos. Er reist durch die Luft und legt sich wie ein Schleier der Schande über die ausdruckslosen Gesichter: Schatten von Männern, von menschlichen Überbleibseln. Es ist, als ob hungrige Hunde hinter ihren Objektiven nur darauf warten würden, jene versengten Gerippe zu fressen, die an nichts mehr erinnern, die die Körper von verzogenen Kindern waren, die alles missbrauchten, die Macht und alles andere - aber heute sind sie eben nur noch ein Haufen Asche. Und auf solche schauerliche Asche ist der Präsident des mächtigsten Landes der Welt stolz. Wie traurig!
Saddams Söhne, Warum Amerika die Leichen seiner Feinde nicht ausstellen darf/Von Tahar Ben Jelloun
29.07.2003, 16:14 Kategorie: Verzweiflung und Ignoranz
22. Juli 2003
Die analisierte (TV-)Republik
Nein, kein Tippfehler. Die Analisierung schreitet voran. Und niemand hält sie auf.
Da verkündet eine Mittelfinal-Siegerin in so einer "Starmüll-Sendung" auf die Frage nach ihre Befindlichkeit, sie habe auf der Toilette gesessen und die Toilettentür betrachtet und sich gedacht, irgendwas wird schon werden.
Sehr gelassen und abgeklärt die junge Dame.
Und dann sucht in einer nächtlichen Wiederholung von Bravo-TV im ZDF der junge Protagonist das benutzte Kondom und stellt sich auf der Empore so ungeschickt an, daß dieses dem Besuch direkt vor die Füße fällt..
Findet auch niemand was dabei. Mich ekelt das an.
22.07.2003, 23:06 Kategorie: Verzweiflung und Ignoranz
16. Juli 2003
Helmut Lachenmann
hat einen Leitsatz:
Hören ist wehrlos ohne Denken
Helmut Lachenmann ist einer der wichtigsten deutschen Komponisten der Gegenwart
16.07.2003, 07:23 Kategorie: mitgehoert
14. Juli 2003
damit hier ein wenig Farbe hineinkommt
ja, in Hamburg gibt es auch Schönes....
ich werde gleich mal nachschauen, ob das Bett bei dieser Hitze auch gegossen wird...
14.07.2003, 16:49 Kategorie: Alltag
12. Juli 2003
"alte Frau"
ein junger Mann telefoniert so laut, daß es im ganzen Bus zu verstehen und eben auch mitzuverstehen ist. Es nervt schon sehr.
Als ich aussteigen möchte, steht er hinter mir und telefoniert weiter. Schreit mir direkt ins Ohr. Auf meinen Hinweis, es lange nun, antwortet er selbstverliebt, es sei doch interessant. Auf meinen Einwand, das Gesabbel interessiere sicherlich keinen, schaut er irritiert, antwortet aber sofort auf die Irritation seines Telefonpartners: "alte Frau".
Das trifft. Aber nicht das Attribut "alte Frau", bin ja nächste Woche schon 51, aber die Unmittelbarkeit seines Begriffsapparates. Welche Kategorien hat er wohl sonst noch drauf außer Lautstärke, Narzissmus und Jugendwahn?
12.07.2003, 08:06 Kategorie: mitgehoert
06. Juli 2003
der gescheiterte Streik in Ostdeutschland
ich kann diese Verdrängung nicht leiden:
Nun soll ein Kopf rollen, weil der Streik gescheitert ist.
Wann lernt die Gewerkschaft, daß es nicht die Leute, sondern die Strategien sind, die evtl. erfolglos sind?
Und daß man jetzt einen Sündenbock hervorzerrt, zeigt eine Denkweise auf, die ich für äußerst suspekt halte: alles ist machbar und wenn etwas scheitert, dann war es ein Fehler einer benennbaren Person, die wir dann opfern, nicht ein Fehler der Strategie
bedeutet denn eine Tarif-Auseinandersetzung für diese Holzköpfe, daß sie immer gewinnen?????
06.07.2003, 12:43 Kategorie: Versuch und Irrtum