02.12.2009 ::
Die Zimtläden in neuer Übersetzung
In der Rubrik "
Galizien" hier auf dieser Seite findet man immer wieder
Bruno Schulz.

Seine Zimtläden waren das erste Buch von ihm, das ich als junge Studentin las. Dann kam ich ja zur Jahrtausendwende in seine Heimat, nach Drogobycz in der Ukraine. Und seitdem berichte ich über ihn hier in meinem Lesebuch.
Nun ist die gerühmte Übersetzung von Doreen Daume auch als Taschenbuch erschienen. Diese Übersetzung hat überschwenglichstes Lob erfahren (siehe
Perlentaucher) und ich mußte das Buch natürlich kaufen.
Gelesen habe ich diese Ausgabe noch nicht. Das wird zwischen den Jahren geschehen. Dann werde ich auch den Essay David Grossmans, der dem Buch beigefügt ist, lesen.
Ich bin gespannt.
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02.12.2009 Kategorie: Galizien
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01.02.2004 ::
Bilder finden
ist der Titel des Dokumentarfilms von Benjamin Geissler über die Suche nach den Fresken, die Bruno Schulz 1942 in der Wohnung des Hauptmannes Landau malen musste.
Ein eindrucksvolles Portrait der Menschen, die Geissler zusammen mit seinem Vater bei der Suche traf, mit denen er sprach, suchte und fand.
Die Gedächtnismauer an die Vernichtung der jüdischen Bevökerung in DrogobychDie Bedeutung Schulz' als Dichter, als polnischer Kafka, das schwierige kulturelle Klima in der Westukraine, die Ignoranz und der latente Antisemitismus der ukrainischen Bevölkerung wurden leider nicht sehr deutlich.
Das hätte die Brisanz des gesamten Themas noch verstärkt. Aber was maße ich mir Kritik an. Das Verdienst der beiden Geissler, die Fresken gefunden zu haben und den Verlust, den Raub durch Yad Vashem dokumentiert zu haben, is t nicht hoch genug einzuschätzen.
01.02.2004 Kategorie: Galizien
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23.08.2003 ::
Und wieder wird Bruno Schulz vereinnahmt

die Süddeutsche veröffentlicht am 23.08.03 eine Erzählung des jungen Erzählers
Gernot Wolfram: "Die Fresken".Das ist nichts Ungewöhnliches und auch nichts Besonderes. Aber die Erzählung ist ärgerlich. Grund: Es geht um Bruno Schulz, den polnisch-jüdischen Dichter aus Drohobyzch, Kafka-Übersetzer und Maler, Sklave eines Offiziers, von einem Oberscharführer erschossen.
Bruno Schulz ist der Verfasser der
Zimtläden, einer Sammlung surrealistischer, äußerst dichter Geschichten. Bruno Schulz war lange Zeit vergessen. In den 60er Jahren wurden sein Werk auch ins Deutsche übersetzt, bei Hanser verlegt. In letzter Zeit wurde er wieder wahrgenommen, als der deutsche Filmregisseur Benjamin Geissler zusammen mit seinem Vater die Fresken wiederentdeckt, die Schulz gezwungenermaßen in der Villa des Offiziers malen mußte.
Kurz nach den ersten Berichten über diese Entdeckung wurden diese Fresken von Mitarbeitern der Gedächtnisstätte Yad Vashem aus Israel rechtswidrig entfernt und in einer Nacht- und Nebel-Aktion aus der Ukraine nach Israel verbracht. Eine kriminelle Annektion.
Und nun kommt dieser junge Mann daher, und schreibt eine Erzählung über diesen Kunstraub, in der Erzählhaltung eines der Beteiligten, mit schlechter Syntax, stilistischen Schwächen. Aber darum geht es nicht.
Es ist die Erzählhaltung, die ich verabscheue.
Er versucht leiseste Skrupel des Ich-Erzählers herauszuarbeiten, die er mit der ruhigen Selbstgewissheit und dem Ehrgeiz der anderen Kunsträuber, anders kann ich das nicht nennen, konfrontiert.
Aus Bruno Schulz macht er den Schriftsteller und Maler
Zimt, Benjamin Geissler heißt
Berger und ansonsten wird einfach erzählt. Er vereinnahmt das Schicksal des unglücklichen Schulz für eine pseudoliterarische Rechtfertigung des Kunstraubes.
Ich meine, hier wird Bruno Schulz wieder zum Opfer gemacht.
Genauso wie ihn Ugo Riccarelli in dem unsäglichen Machwerk
Ein Mann, der vielleicht Schulz hiess zum Opfer machte.
Beide Autoren vereinnahmen den wehrlosen Autoren genauso wie Yad Vashem ihn als israelischen Künstler vereinnahmt oder wie er in der Yahoo-Gruppe
Bruno Schulz auf seine ethnische Zugehörigkeit reduziert hysterisch hochstylisiert wird.
Was soll das?
Warum vergreifen sich die schlechten Schreiber an Bruno Schulz?
Und warum veröffentlicht die Süddeutsche solch einen Schund in ihrer Wochenendausgabe?
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23.08.2003 Kategorie: Galizien
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14.08.2003 ::
Zygmunt Haupt: Ein Ring aus Papier

Stasiuk empfiehlt Zygmunt Haupt und ich folgte seiner Empfehlung.
Dieses Buch erzählt aus dem Leben Galiziens und Podoliens, in knapper, eindrucksvoller Sprache.
So möchte man meinen. Aber es gelingt mir nicht, es zu lesen, es aufzunehmen.
Ich lese eine Geschichte, gerate in die nächste Geschichte, merke nicht, daß jede Geschichte für sich steht und kann mich auch nicht erinnern, was ich gelesen habe.
Ich denke, ich bin nicht die richtige Leserin für dieses Buch. Oder noch nicht. Denn an Zygmunt Haupt kann es nicht liegen.
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14.08.2003 Kategorie: Galizien
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10.02.2003 ::
Ein Ukrainer ist nicht immer ein Ukrainer

Das multikulturelle Erbe Galiziens wird wiederentdeckt.
Martin Sander hatte in einem Radio-Feature darüber berichtet. Dieses Feature wird auf einer Lemberger Webseite wiedergegeben. Er führt in die multikulturelle und multiethnische Geschichte der Ukraine ein, die bis heute noch nicht wahrgenommen wird.
Und der Artikel erklärt, warum es in Galizien auch heute noch Antisemitismus gibt und er berichtet über den tragischen Tod Bruno Schulz' 1942 und die Geschichte seiner erst kürzlich wiedergefundenen und kurz darauf gestohlenen Wandmalereien in Drohobycz.
Der Original-Aufsatz:
Ein Ukrainer ist nicht immer ein Ukrainer
10.02.2003 Kategorie: Galizien
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06.02.2003 ::
Das Projekt "Bruno Schulz"
Eine große WebSeite zum 110. Geburtstag Bruno Schulz':
Das Bruno Schulz Projekt
hier finden sich soviel Informationen wie sonst nirgends
06.02.2003 Kategorie: Galizien
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12.12.2001 ::
Galizien. Eine Reise
Martin Pollack hat einen interessanten Band über
Galizien zusammengestellt:
Galizien. Eine Reise durch die verschwundene Welt Ostgaliziens und der Bukowina
Ein Band, in dem er die untergegangene Welt am Rande Zentraleuropas in das Licht rückt. Kenntnisreich und interessant.
Die Welt des
Bruno Schulz oder des
Joseph Roth....
Leider ist im ganzen Buch keine Karte zu finden, die dem nicht so beschlagenen Leser die Orientierung erleichtert.
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12.12.2001 Kategorie: Galizien
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14.01.2001 ::
Bruno Schulz, der galizische Kafka
Bruno Schulz (1892-1942), ein Zeichenlehrer aus der kleinen, damals polnischen Stadt Drohobych, wurde bei uns im Westen bekannt durch seine Erzählungen
Die Zimtläden, die ihn in eine Reihe neben Franz Kafka stellten. Schulz, der auch Kafka ins Polnische übersetzte, schrieb eine Prosa, deren surrealistische Inhalte sich ins Gedächtnis brennen.
Ich las diese Erzählungen vor fast 30 Jahren, wahrscheinlich noch während meiner Schulzeit.
Die Erinnerung an diese Traumbilder, vermischt mit den Romanen und Erzählungen anderer galizischer Schriftsteller wie Joseph Roth oder Scholem Aleichem, zusammen mit den Fotoreportagen Roman Vishniacs aus den vom Holocaust bedrohten jüdischen Stedtl, formte in mir ein Bild einer untergegangenen Welt: Galizien.
Und nun war ich in Galizien, einer Region, die es nicht mehr gibt, politisch aufgeteilt zwischen Polen und der Ukraine.
Es gibt keine galizische Bevölkerung mehr, die Mitglieder der Bourgeoisie enteignet oder emigriert, die Juden wurden umgebracht, die Polen deportiert nach Polen, in ehemaligen Galizien leben nunmehr fast nur noch Ukrainer, eine christliche agrarisch geprägte Bevölkerung. Sie leben in den großen Häusern der Städte Lviv oder Brody, die Synagogen in Drogobych werden als Wohngebäude genutzt oder stehen leer, verfallen und werden von der Bevölkerung als Toiletten benutzt, die Menschen wissen wenig oder nichts von der vergangenen Kultur und doch weht ab und an die Erinnerung durch.
Ich war also in Galizien. Fühlte mich wie in einem großen Szenario des Déja vu. Literatur kann Heimat geben oder einen festen Boden, vieles sprach zu mir und die absurden Situationen im Drogobycher Hotel überraschten mich nicht. Das mußte so sein.
14.01.2001 Kategorie: Galizien
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