Lesebuch:: Literarisches auf Avantart :: Weltliteratur

"Es ist ein Zeichen geistiger Freiheit, einen Bestseller nicht gelesen zu haben."

Paul Hindemith, 1895-1963


07.12.2009 :: Jedes Wort weiß etwas vom Teufelskreis
Herta Müller hielt heute ihre Nobelpreisrede und ich habe versucht, den Text ihrer Rede auf der Webseite des Nobel-Komitees zu finden.
Das ist mir nicht gelungen, es gabt dort zwar einen "Video-Broadcast", aber nicht den Text.

Den Text fand ich jedoch bei der FAZ, die die Rede in vollem Wortlaut veröffentlicht:

Jedes Wort weiß etwas vom Teufelskreis
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25.09.2008 :: Warum Literatur wichtig ist
warum literarische Fiktion die Realität übertreffen und neutralisieren muß... schreibt Nancy Huston in der FR.

Und diesen Ausschnitt möchte ich zitieren. Er ist sehr wichtig:

Die gewollten Fiktionen (Geschichten) eines Landes liefern einen besseren Zugang zu seiner Realität als seine ungewollten (seine Geschichte). Das Lesen von Romanen - und die dadurch erlernte Fähigkeit, sich mit den Charakteren einer anderen Zeit, einer anderen Gesellschaftsschicht oder einer anderen Kultur zu identifizieren, verschafft uns Distanz zu unserer eigenen übernommenen Identität.

Da Terrorismus nicht mehr und nicht weniger ist als das Ergebnis schlimmer Fiktionen, sollten unsere Regierungen, statt Waffen zu produzieren, in den Ländern, in denen er sich eingenistet hat, die Übersetzung, Veröffentlichung und den Vertrieb der Meisterwerke der Weltliteratur begünstigen, unterstützen und fördern.

Nichts könnte nützlicher oder wichtiger sein. Je mehr die Menschen sich für realistisch halten, je mehr sie dazu neigen, Romane als überflüssiges, dummes Zeug, als Luxus oder Zeitverschwendung abzutun, desto empfänglicher sind sie für den Urtext - d.h. für Unbeherrschtheit, Gewalt und Kriminalität, für die Unterdrückung von Angehörigen oder von Frauen, von solchen, die sie für schwach halten, oder eines ganzen Volkes.


25.09.2008 Kategorie: Weltliteratur URL


27.06.2008 :: Lenka Reinerova lebt nicht mehr
Sie war eine große Dame der Deutschen Sprache in Prag.
Sie gehörte zu den großen Standhaften.
Sie blieb als Zeichen, daß Prag einmal eine Stadt vieler Sprachen war.

Nun ist sie mit 92 Jahren gegangen.
Eine Stimme ist verstummt.

Sie sollten ihre Werke lesen. Diese Bücher sollen nicht verstummen.
27.06.2008 Kategorie: Weltliteratur URL


21.06.2008 :: Der Jakubijan-Bau
Der Jakubijan-Bau von Alaa al-Aswani war vielbeachtet, wurde hoch gelobt und gefeatured. Ich erwartete nach den Vorschußlorbeeren nicht nur ein mutiges Buch, sondern auch eine erzählerische Dichte, wie ich sie bei Lawrence Durrels Alexandria-Quartett so schätze. Dieses Buch zeigt vielfältige Facetten des ägyptischen Lebens, es liest sich gut, zeigt charakterliche Entwicklungen auf, und ich nahm das alles wahr, las das unaufgeregte Buch und beendete es. Alles war mir irgendwie vertraut, nicht fremd, aber mir fehlte eine Anteilnahme. Diese jedoch fand ich nicht. Die Protagonisten waren mir doch allzusehr geschnitzt, zuwenig gelebt.

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21.06.2008 Kategorie: Weltliteratur URL


16.06.2007 :: der 16. Juni ... ist Bloomsday

Dublin

und wer geht heute durch die Stadt?
16.06.2007 Kategorie: Weltliteratur URL


15.12.2000 :: Mukhtar Schachanow: Irrweg der Zivilisationen
Muchtar Schachanow: Irrweg der ZivilisationMuchtar Schachanow gehört zu den Stimmen Zentralasiens, die sich zu für Demokratie und Aufklärung bekannt haben. Er sprach für die Völker Zentralasiens, die im Laufe der Destablisierung und des Zerfalls der Sowjetunion wieder politische Selbstständigkeit und Selbstbestimmung suchten und (teilweise) fanden. Unerschrocken setzt er sich für die Bewahrung der eigenen Kultur im Ansturm der westlichen Massenkultur ein, nun nachdem die sowjetische Kultur zerfallen ist.

Sein Poem Irrweg der Zivilisation, Ein Gesang aus Kasachstan erzählt uns in kasachischer, epischer Form von den Qualen des ungeschützten Geistes, der Sehnsucht nach Sacharow, der seelenlosen Freiheit...

Die klassischen Fragen
stellen sich neu, nachdem das sowjetische Reich untergegangen und die Massenkultur des Westens "wie eine Sintflut" über den Osten hereingebrochen ist.

Aber sein Werk ist allgemeingültig. Auch wir, die wir in dieser Massenkultur schon lange leben, sind diesem Kulturzerfall ausgesetzt und sollten aufhorchen.

Muchtar Schachanow schreibt, daß es mir immer mehr wie Schuppen von den Augen föällt, er gibt mir aber auch eine Sicherheit, denn er formuliert das, was mich immer mehr verzweifeln läßt, in ungertübter Klarheit.

Ich lege dieses Buch allen ans Herz: wer es nicht für sich liest, sollte es wenigstens verschenken!

Die Ausgabe in russisch/englisch erschien 1999 in Almaty im Verlag Ölke

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15.12.2000 Kategorie: Weltliteratur URL