Lesebuch:: Literarisches auf Avantart :: Contemporaine

"Es ist ein Zeichen geistiger Freiheit, einen Bestseller nicht gelesen zu haben."

Paul Hindemith, 1895-1963


05.12.2009 :: Nachtrag: mal was Anderes
DIeter MoorWas wir nicht haben, brauchen Sie nicht ist der Titel dieses leicht, mir etwas zu leicht, dahinerzählten Buches von Dieter Moor, in dem er die Erlebnisse als Neu-Siedler in Brandenburg schildert.

Seit unserem Hauskauf in Ostvorpommern bin ich natürlich neugierig auf Schilderungen von Wessis im Osten und deshalb habe ich mir dieses sehr leicht zu lesende Buch gekauft.

Der Titel allerdings stieß mich zuerst ab.
Zuleicht assoziert man ein "wir" im Titel einer "autobiographischen" Schildung mit dem Autor. Und konzediert ihm also eine arrogante Haltung. Also schon wieder so ein LoHa, der daher kommt und alles weiß und den Leser belehren will. So meint die Leserin.

Dem ist aber nicht so. Der Autor zitiert das Motto, das jahrelang, DDR-lang, den Türbalken eines Konsum-Ladens zierte.

Ein gut zu lesendes, unterhaltsames, und den Menschen im Osten gerecht werdendes Buch. So leicht, wie er plaudert, nimmt er nämlich das alles nicht, der Moor hat seine Schuldigkeit getan.



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05.12.2009 Kategorie: Contemporaine URL


06.08.2003 :: Heute vor 34 Jahren
starb Theodor Wiesengrund Adorno.

Zu einem Zeitpunkt, als seine Gedanken heftigst diskutiert wurden. Ich war mit einer Jugendgruppe in der Bretagne und ich erinnere mich, wie die Nachricht uns mittags erreichte. Ein Schatten legte sich über die Gemüter.

Und ich habe diese Empfindung nicht vergessen.

Heute sind seine Arbeiten immer noch äußerst aktuell, aber ich denke mal, die Jugend beschäftigt sich heute ungern mit solch schwerer Kost
06.08.2003 Kategorie: Contemporaine URL


01.03.2002 :: Buch-Vorstellung
SCHWARZ ReiseskizzenEs gibt eine Buchpremiere anzukündigen, ein wenig früh, denn das Buch erscheint erst im Juni 2002, aber Sie können es sich ja schon notieren:

Kai Grehn: SCHWARZ Reiseskizzen

Kai Grehn ist Dichter, Übersetzer, Hörspiel-Autor, Theater-Autor und - Regisseur, er ist nachdenklich und aufmerksam und er hat eine ganz eigene, feine Art der Wahrnehmung.

Er schreibt Radio-Features und gründete den deutschen Fond Avet Terterian, und er hat nun diesen kleinen Band mit Skizzen, Motiven geschrieben. Kleine zarte Skizzen von Carsten Nicolai begleiten einige, nicht alle der Texte.

Der Verurteilte

Gegen Ende reißt sich ein Mensch den Brustkorb auf, zerfetzt Kruste
aus Fleisch, dort, wo er sein Herz vermutet, links, unter bebender
Brustwarze. Sichtbar wird eine Maschine, Maschinensatz. Ein Herz
vielleicht. Vielleicht ein versteinertes Fossil, blutbesudelter Furunkel,
der sieht es nur aus wie und ist dennoch etwas anderes? Das gleiche
also, im Grunde?
"Oh, wir ewigen Narren! Hanswurste sind wir, Witzfiguren ohne Ende..."
sprichts, der Mensch, und beißt peinlich berührt ins grüne, grüne Gras.



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01.03.2002 Kategorie: Contemporaine URL