12.12.2008 ::
Glückliche Fügung in Greifswald
Wolfgang Koeppen ist in Greifswald geboren.
Er gehört zu den Dichtern, die mein Leben begleiten.
Als Studentin nahm ich sein Werk an, las jedes erhältliche Buch von ihm, verehrte ihn und
schickte ihm zum Geburtstag jedes Jahr nach München einen Geldschein, damit er fein essen ginge.
Bruno Schulz lebte in Drohobycz. Und starb dort. Wurde ermordet von der deutschen Besatzungsmacht.
Sein Werk wird immer wieder "am Leben gehalten", von Menschen, die davon begeistert sind. Er ist der "polnische Kafka" und er darf nicht vergessen werden.
Was schwierig ist. Ein polnischer Autor, dessen Heimatstadt heute zur Ukraine gehört. Die Ukraine nimmt ihn nicht so einfach an, in Polen wird sein Andenken gewahrt.
So empfinde ich die Ausstellung "Bruno Schulz – Mythisierung der Wirklichkeit" im
Koeppenhaus in Greifswald als glückliche Fügung.
Im Herbst dieses Jahres kamen wir immer wieder nach Vorpommern und nun haben wir uns 15 km südlich von Greifswald ein altes Haus gekauft.
Ich werde mich dort sehr heimisch fühlen.
Meine Dichter sind schon da.
Die Ausstellung geht am 3.01.09 zu Ende.
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12.12.2008 Kategorie: Ich und die Dichter
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03.09.2008 ::
Mikhail Bulgakov

nun war ich einige Tage in Kiev und habe natürlich, endlich, das Wohnhaus
Mikhail Bulgakovs besucht.
Dieses Haus ist zugleich der Ort seines Werkes "Die Weiße Garde", denn der Autor siedelte die Familie Turbin in der Wohnung an, in der er viele Jahre lebte und in der auch er die russische Revolution und ihre Wirren und den Bürgerkrieg erlebte.
Das Wohnhaus kann besichtigt werden, verwunderte mich aber doch sehr, denn die gezeigten Räume waren nicht museal aufbereitet, sondern fast verspielt "dekoriert", eine Installation, welche die Realitätsebene der Wohnräume des Dichters mit der Ebene der Räume der Familie Turbin vermischt... und so ein merkwürdiges Zwielicht schafft..

Nun, über Geschmäcker läßt sich trefflich streiten, und unser Dichter, der später so erbärmlich endete und erst auf dem Novodevishi Friedhof in Moskau seine, wenn auch letzte, Ruhe fand, sitzt zufrieden und lässig auf seinem Sitz neben dem Wohnhaus.
Ich habe mir ersteinmal den Band "Die Weiße Garde" bestellt, denn dieses Buch fehlt mir noch, und thematisch passt es ja zum vorherigen Eintrag sehr wohl.
Sehr, sehr erstaunlich für uns erscheint uns immer wieder die Belesenheit und die Wertschätzung des Erschaffers von "Der Meister und Margarita", welches von Russen und Ukrainern geradezu verehrt zu werden scheint.
Bulgakovs Grab habe ich in meinem Lesebuch auch gewürdigt, zu seinem 66. Todestag.
03.09.2008 Kategorie: Ich und die Dichter
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18.10.2007 ::
Und noch einmal Lyrikline.org
Lyrikline.org ist ein faszinierendes Unternehmen. Viele Schätze sind da zu heben.
Aber es hat auch etwas Erschreckendes für mich, plötzlich die Stimmen der Dichter zu vernehmen. Indiskret kommt mir das vor, fast ungehörig...
denn anders als bei einer Lesung liest hier der Dichter für mich, ich bestimme wann er liest.
Und was er liest. Ich dirigiere ihn. Und das steht mir eigentlich nicht zu.
So hab ich auch gezaudert,
Adam Zagajewskiaufzusuchen,
aufzurufen widerstrebt mir..
weil das aber auch seinen Kitzel hat, konnte ich nicht widerstehen.. deshalb nach dem Aufklapp ein paar meiner Favoriten ..
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18.10.2007 Kategorie: Ich und die Dichter
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13.10.2007 ::
Doris Lessing hat den Literaturnobelpreis bekommen
und den gönne ich ihr von Herzen.
Eigentlich bin ich ja auch ein Mitglied der "Lessing-Leserinnen-Generation", aber ich habe kein einziges Buch von ihr gelesen.
Und das hat ganz private Gründe. Erst schenkte mir meine gute Freundin "Das goldene Notizbuch" von D.L. und dann spannte sie mir meinen Mann aus.
Die Ehe wurde geschieden und ich habe nie Lessing gelesen.
Da war einfach so eine Sperre...
13.10.2007 Kategorie: Ich und die Dichter
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18.07.2007 ::
Nachruf auf Dima, video-ell
18.07.2007 Kategorie: Ich und die Dichter
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17.07.2007 ::
Dima Prigow ist tot.

Ich habe wieder einen Freund verloren.
Ich kannte ihn aus Erzählungen. Ich hatte seine Bücher gelesen.
Aber persönlich trat er in mein Leben im Frühjahr 1992.
Bei einem FreeJazz-Konzert im "Bunker" in Moskau trat ein Mann in deutscher Bundeswehrjacke vor die Musiker und begann zu rezitieren.
Ich war fasziniert. Ich erfuhr seinen Namen:
Dmitri Alexandrowitsch PrigowViele Male haben wir uns seitdem getroffen, in Deutschland, Frankreich, Rußland.
Zuletzt auf der 2. Moskauer Biennale für Zeitgenössische Kunst.
Er war immer da.
Jetzt fehlt er uns.
17.07.2007 Kategorie: Ich und die Dichter
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15.03.2007 ::
Charms oder?
dies ist wirklich nur als ästhetische Ko-Inzidenz zu werten, mit allem Respekt vor Daniil Charms, den ich hochverehre:
da habe ich seit ein paar Tagen das erste Heft der neuen Reihe
Zeitschrift für Ideengeschichte auf dem Tisch liegen und ständig fühle ich mich irritiert. Warum?
Schauen Sie selbst: auf dem Titelbild blickt sehr mürrisch Mussolini in die Gegend:
und dann hier der hochgeliebte Daniil Charms:
ich bin sehr verwirrt...
15.03.2007 Kategorie: Ich und die Dichter
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06.09.2006 ::
Auf die Buchhandlung Schwanhäuser
habe ich
hier ja schon hingewiesen und diese Empfehlung möchte ich noch einmal betonen.

Seit gestern kenne ich einen alten Herrn,
Herrn Aldo Buzzi, einen hochgelehrten Übersetzer und Schriftgelehrten. Natürlich bin ich auf ihn gekommen durch seinen Band "Tschechow in Sondrino" und jetzt bin ich begeistert.
Herr Buzzi ist am 10. August 96 Jahre alt geworden. Ich kann ihm erst jetzt gratulieren.
Er plaudert. Er lädt uns ein in seinen Assoziationsstrom, der von einem Thema zum anderen hüpft und immer wieder auf den Punkt kommt. Aber alles hat Tiefe und Gewicht. Ich freue mich, daß es ihn gibt.
Und gerade jetzt, wo ich dieses Buch und den Verlag entdecke,
feierte der Verlag sein 10. Programm. Ich war nicht in Zürich. Aber ich gratuliere.
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06.09.2006 Kategorie: Ich und die Dichter
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05.09.2006 ::
Zum Tode von Gerhard Amanshauser
«Aus dem Leben der Quaden» hiess 1968 die erste grössere Veröffentlichung eines Autors, dessen Werk sich künftig vor allem durch seine gedankliche Geschlossenheit auszeichnen sollte - durch ein idiosynkratisches Verhältnis zur Welt, in dem das Elitäre nur eine Sonderform der Empathie ist.
und wieder haben wir einen weniger...
ich habe ihn seit meiner Studienzeit immer "gelesen", kann mir gar nicht vorstellen, daß er nicht mehr sein soll
Paul Jandl ehrt ihn mit einem Nachruf in der NZZ.
Salzburger Deserteur
05.09.2006 Kategorie: Ich und die Dichter
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03.09.2006 ::
Wahlverwandtschaften?

ich weiß zwar nicht, was einen Verleger dazu bringt, den
west-östlichen Divan und die
Wahlverwandtschaften in
einen Band zu pressen, wie es der Manesse-Verlag getan hat, aber so kam ich doch zu erstaunlichen Eindrücken heute abend.
Die
Wahlverwandtschaften kannte ich einmal fast auswendig, hatte Ottiliens Leid und Charlottens Duldsamkeit und Verständnis hin- und herbetrachtet, das Ungeheuerliche in dieser Konstellation immer wieder durchgekaut und auch sehr viel geweint dabei, und nun habe ich es nach 30 Jahren wieder in den Händen (lesenderweise, aus dem Regal genommen und abgestaubt und eingepackt und ausgepackt habe ich den alten Band schon sehr oft)
Aber jetzt interessiert mich der Divan, habe ich Hafis doch schon früh gelesen und immer im Herzen, war ich doch schon an seinem Grab und habe Rosen niedergelegt in Shiras als junge Studentin, aber Herrn Goethens Diwan habe ich immer gestreift.
Nun also. In den Paralipomena das Konstatement:
WENN das Trockene brennt,
Verbrennt auch das Nasse.
Dem entgegnet wohl
F.P.Ingold:
Nein.
Das Feuer trifft die Wahl.
03.09.2006 Kategorie: Ich und die Dichter
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