Lesebuch:: Literarisches auf Avantart :: Verlage

"Es ist ein Zeichen geistiger Freiheit, einen Bestseller nicht gelesen zu haben."

Paul Hindemith, 1895-1963


29.01.2009 :: Können Bücher trösten?
Auf diese und weitere Fragen gab Michael Krüger, Verleger (Carl Hanser Verlag) und Autor, ausführlich und bereitwillig Auskunft.
In einem ZEIT-Gespräch, veröffentlicht auf http://www.zeit.de/2009/01/DOS-01-Krueger

Es ist gar nicht möglich, aufzuzählen, welche großen Namen er in dem Verlagsprogramm vereint, und am liebsten ist mir seine Edition Akzente. Nennen möchte ich aber auf jeden Fall Bruno Schulz.
Da finden wir Lyrik von Oskar Pastior und Felix Philipp Ingold, Texte zur Neuen Musik von Schnebel und auch der große Karl Schlögel mit seinem großen Werk Terror und Traum. Moskau 1937. Er hat Josef Brodsky verlegt und Czeslaw Milosz

Michael KrügerDieser Michael Krüger veröffentlichte 2008 "Literatur als Lebensmittel", Reden und Aufsätze und Beiträge über den Betrieb. Aus allen Texten ebenso wie aus dem o.g. Gespräch übernimmt der Leser eine Aufmerksamkeit und Wertschätzung der Literatur, der Autoren, der Dichter und der Freunde.

Michael Krüger ist klug und weiß viel. Er bringt Dinge zusammen, schließt Themen zu Zirkeln, öffnet Horizonte.

Solche eine Verlegerpersönlichkeit gibt es nur wenige.
Ich bin dankbar für seine Arbeit und wünsche seinen (und meinen) Autoren viele Leser.
29.01.2009 Kategorie: Verlage URL


20.02.2007 :: Lyrische Korrekturen - Urs Engeler Editor
Urs Engeler
In der FAZ erschien am 1. Februar eine Würdigung von Urs Engeler, dem engagierten Herausgeber zeitgenössischer Lyrik.

Engeler verlegt unter anderem Felix Philipp Ingold, Oskar Pastior, Gelu Naum, Anna Achmatowa, Ghérasim Luca ..

Seine Bücher sind unentbehrlich.

Zwischen den Zeilen heißt die Zeitschrift, die er jetzt seit 15 Jahren verlegt, eine Perle, die ich nicht missen möchte.

Förderer haben sich gefunden und doch ist Engelers Geschichte keine reine Erfolgsgeschichte, sondern die eines immerwährenden Kampfes gegen die Windmühlenflügel des Buchmarktes..

Nach fünfzehn Jahren liest sich die Namensliste der Autoren der bislang 26 Hefte "Zwischen den Zeilen" und den Büchern des Verlags wie ein repräsentativer Ausschnitt der Gegenwartslyrik und der experimentellen Prosa. Durs Grünbein, Oskar Pastior, Elke Erb, Felix Philipp Ingold, Ulf Stolterfoht, Andrea Zanotti und viele andere haben bisher geschrieben, übersetzt und gelesen..

Engelers Suche nach den Manifestationen einer poetischen Sprache jenseits der Alltagssprache, sein Bemühen, die Auseinandersetzung über deren Möglichkeiten in Gang zu halten, haben in einem Randbereich ein kleines Zentrum geschaffen.

So Beate Tröger in der FAZ, 01.02.1007, Seite 44


20.02.2007 Kategorie: Verlage URL


07.10.2006 :: Ein kleiner aber feiner Verlag
Der Schweizer Epoca-Verlag verlegt die Bücher von Aldo Buzzi.
Er hat auch sonst noch schöne Bücher.

Nach meiner Vorstellung hier im Lesebuch bekam ich vom Verlag eine Einladung zur Hamburger Buchmesse. Aber leider bin ich nicht in Frankfurt.

Die Frankfurter Rundschau aber. Und die hat den Epoca-Stand besucht.

Taschenascher

Wenn der Begriff in letzter Zeit nicht so in Verruf geraten wäre, müsste man wohl von "Lebenskunst" sprechen: Gegen den Trend der immer weiteren Professionalisierung grau- bis schwarzgewandeter Buchmanager ist der Stand der kleinen Zürcher Edition Epoca ein Hort des Büchermachens aus Passion. Das exzellent gelaunte Team, schöne Bücher und freigebig ausgeschenkter (guter!) Wein lassen Erinnerungen aufkommen an Zeiten, als auf der Messe noch gelacht werden durfte und der Geist, der sich hier alljährlich versammelt, buchstäblich in dicken Rauchschwaden durch die stickigen Hallen zog. Dass in eben diesen heute sehr viel schicker ausgestatteten Hallen das Rauchen noch nicht strikt verboten wurde, ist für sich schon ein Wunder. Für den Fall der Fälle (No -Smoking-Schilder vor allem bei den ausländischen Ausstellern) haben die Epoca-Macher, die sich große Verdienste um die deutsche Übersetzung des Werkes von P. G. Wodehouse erworben haben, in diesem Jahr ein besonderes Kleinod mit auf die Messe gebracht: einen Taschenaschenbecher, den man zunächst für ein Pillendöschen halten könnte, auf das winzig, aber gemmengleich schön ein Bildnis des legendären Schöpfers von Bertram Wooster und seinem Diener Jeeves im rasanten offenen Coupé geprägt ist. Kult! chp


Herzlichen Glückwunsch und Gute Geschäfte!
Und den kleinen Aufforderungsausrutscher, (ja das Ausrufungszeichen), überlesen wir mal...
07.10.2006 Kategorie: Verlage URL