Dez 122008
 

Wolfgang Koeppen ist in Greifswald geboren.
Er gehört zu den Dichtern, die mein Leben begleiten.
Als Studentin nahm ich sein Werk an, las jedes erhältliche Buch von ihm, verehrte ihn und schickte ihm zum Geburtstag jedes Jahr nach München einen Geldschein, damit er fein essen ginge.

Bruno Schulz

Bruno Schulz

Bruno Schulz lebte in Drohobycz. Und starb dort. Wurde ermordet von der deutschen Besatzungsmacht.
Sein Werk wird immer wieder “am Leben gehalten”, von Menschen, die davon begeistert sind. Er ist der “polnische Kafka” und er darf nicht vergessen werden.
Was schwierig ist. Ein polnischer Autor, dessen Heimatstadt heute zur Ukraine gehört. Die Ukraine nimmt ihn nicht so einfach an, in Polen wird sein Andenken gewahrt.

So empfinde ich die Ausstellung “Bruno Schulz – Mythisierung der Wirklichkeit” im Koeppenhaus in Greifswald als glückliche Fügung.

Im Herbst dieses Jahres kamen wir immer wieder nach Vorpommern und nun haben wir uns 15 km südlich von Greifswald ein altes Haus gekauft.
Ich werde mich dort sehr heimisch fühlen.
Meine Dichter sind schon da.

Die Ausstellung geht am 3.01.09 zu Ende.

Die Ankündigung der Ausstellung im Greifswalder Veranstaltungskalender kulturmodul:

Koeppenhaus – Literaturzentrum
“Bruno Schulz – Mythisierung der Wirklichkeit”
Eine Ausstellung des Polnischen Instituts Düsseldorf und des Adam-Mickiewicz-Literaturmuseums Warschau

Im Rahmen der polnischen Kulturtage polenmARkT 08

Bruno Schulz gehört zu den wichtigsten polnischen Schriftstellern. 1892 wurde er als Sohn einer jüdischen Kaufmannsfamilie im galizischen Drohobycz geboren. Der doppelbegabte Künstler hat die Stadt nur zeitweise verlassen können. Gesundheitliche Probleme und die schlechte finanzielle Situation zwangen ihn, sein Studium abzubrechen und eine Stelle als Zeichenlehrer am Gymnasium seiner Heimatstadt anzunehmen. Er arbeitete dort, trotz steigender Anerkennung für sein literarisches Werk – 1933 debütierte er mit dem Erzählband Die Zimtläden – bis zu seinem Tode. 1941 richteten deutsche Truppen für die jüdische Bevölkerung ein Ghetto ein. Bruno Schulz erfuhr eine Zeit lang Protektion durch den Drohobyczer Gestapo-Chef Felix Landau, der ihn als „Hausmaler“ beschäftigte. Im November 1942 wurde er jedoch von einem mit Landau verfeindeten SS-Mann auf offener Straße erschossen.
Ein großer Teil von Schulz’ künstlerischem Nachlass gilt als verschollen. Sein Gesamtwerk – sowohl das literarische als auch das graphische – wird gelegentlich mit dem von Kafka, Proust und Kubin verglichen und erschließt sich auf mehreren Ebenen: die Darstellung der galizischen Kleinstadt spielt darin eine genauso bedeutende Rolle wie die tiefenpsychologische Ebene der Vater-Sohn-Beziehung oder das stark masochistisch geprägte Frauenbild. Der Kreation der Traumwelten kommt hier eine gleiche Bedeutung zu wie der Erschließung der jüdischen Mystik.

Der Eintritt ist frei.
Öffnungszeiten: dienstags bis samstags, 14.00 Uhr bis 18.00 Uhr
Vom 24. Dezember bis 1. Januar 2009 bleibt die Ausstellung geschlossen.