Jan 192015
 

Hier im Lesebuch war es nun schon sehr lange ruhig. Und je länger es ruhig ist, umso höher die Schwelle, den Blogbetrieb wieder aufzunehmen.

Warum aber war es so still? Nun, ich befinde mich immer noch im Umbruch, auch im letzten Jahr meiner „passiven“ Altersteilzeit habe ich mich noch nicht so umstellen können, daß ich nur noch meinen Vorlieben fröne, mehr Zeit fürs Lesen finde und auch darüber schreibe, zum Anderen habe ich hier in meiner neuen Umgegend in Ostvorpommern neue Aufgaben gefunden, die mich doch sehr beschäftigt haben.

Es wurde ein Kunst- und Kulturrat Vorpommern-Greifswald gegründet, ich habe die Web-Betreuung dafür übernommen und bin mittlerweile auch im Vorstand.
Im Sommer habe ich eine Webseite zum hundertsten Geburtstag der Usedomer Malerin Susanne Kandt-Horn erstellt, auch ein gehöriges Stück Arbeit.
Ich habe die technische Betreuung eines EU-Projektes für die hiesige Region übernommen, ein internationales Projekt im Rahmen der „Business Culture Partnership“, eine zweisprachige Crowdfunding-Seite, die nun an den Start geht. Das war viel Arbeit und es wurden sogar Reisen erforderlich, da die Entwickler in Litauen sitzen. So flog ich also letztes Jahr gleich zweimal nach Litauen, und das hat mir Appetit auf nochmehr Baltikum gemacht. Also war ich im August / September und im Dezember, dann aber mit Familie, zweimal in Riga und habe mein Herz für diese Stadt entdeckt. Und in Wolle und Strickwaren geschwelgt.

Zur Zeit werden gerade die Grundlagen für die nächsten Förderperioden der EU-LEADER-Vorhaben gelegt, „Entwicklung im ländlichen Raum“. Und da hier in Ostvorpommern der Raum sehr ländlich ist und der Bereich „Kultur“ nicht unbedingt in den Köpfen aller präsent ist, sind wir auch hier bei den Meetings, Workshops etc. in Anklam und Wolgast involviert. So haben wir es erreicht, aus dem Handlungsfeld „Natur / Kulturerbe“ in den beiden genannten Bereichen „Kulturerbe“ durch „Kultur“ zu ersetzen, sonst wäre keinerlei Förderung jenseits von Denkmalpflege möglich geworden. Das kostet natürlich auch Zeit und Engagement, die fremde Begrifflichkeit, die unterschiedlichen Akteure in der Region, das ist alles neu und man möchte ja auch was erreichen…

Alte ägyptische SockenAber ich will mich nicht mit „Arbeit“ herausreden.

Neue, andere Interessen haben sich in den Vordergrund gedrängt, ich habe das Stricken wieder neu entdeckt und zwar als immaterielles Kulturgut, als eine Kulturtechnik mit vielen Facetten und Ausprägungen. Bei der Nähe zum Baltikum eigentlich kein Wunder. Und so habe ich sehr viel Fachliteratur / Strickliteratur gelesen, die nicht unbedingt der Belletristik zuzuordnen geht, aber ebenso spannend und vielseitig ist.

Der Niederschlag dieser Beschäftigung findet sich in meinem Strick-Kultur-Blog Wockensolle.de

Ich habe natürlich trotzdem gelesen, wenn auch nicht so viel wie früher. Und ich habe hier nicht geschrieben, damit habe ich, wie ich weiß, einige meiner Leser enttäuscht.

Damit mein schlechtes Gewissen mich nicht noch mehr blockiert, habe ich heute ersteinmal die Installation hier aktualisiert und dann werde ich die Liste der zuletzt gelesenen und vorstellenswerten Bücher „abarbeiten“. Auf jeden Fall.