Dieses Jahr ist anscheinend mein Jahr der Ostpreußen-Erinnerungs-Vergegenwärtigungs-Literatur. Meine Aufmerksamkeit fiel so auch auf “Mark und Bein” von Walter Kempowski.
Vom Autor beiläufig “eine Episode” genannt, ist mir dieses Werk ein Ärgernis. Kempowski, dessen Spiel mit Sprache, dessen Detailversessenheit ich schätze (schätzte), gibt hier nur hohles, anbiederndes Geschwätz von sich.
Die Figuren sind Pappkameraden, Hohlformen, Karikaturen, die Handlung ist äußerst banal und oberflächlich.
Er plappert Vorurteile gegen die Polen daher, will er diese “vorführen” oder bestätigen? Die PR-Dame frustriert mit Kettchen und Libidoproblemen, der Protagonist ein Jammerlappen, die Polen hilflos, kindlich, lächerlich oder aufdringlich, Autodiebe oder korrupte Polizisten .. was soll das?
Durch Mark und Bein geht dieses Buch nun wirklich nicht.
Eine Episode
Verlag: Albrecht Knaus Verlag
ISBN-10: 3813519791
ISBN-13: 978-3813519792

Esther Kinski erhielt ein Stipendium und lebte davon für eine Zeit im Grenzland, Rumänien, Ungarn … eine Gegend, in der auch schon Andrzej Stasiuk auf dem Weg nach Babadag unterwegs war.
Auch wenn ich mich bei manchen Georg-Klein-Lesern in die Nesseln setzen mag, dieses Buch ist ganz schlecht.

