Dez 052009
 

Dieter Moor

Dieter Moor

Was wir nicht haben, brauchen Sie nicht ist der Titel dieses leicht, mir etwas zu leicht, dahinerzählten Buches von Dieter Moor, in dem er die Erlebnisse als Neu-Siedler in Brandenburg schildert.

Seit unserem Hauskauf in Ostvorpommern bin ich natürlich neugierig auf Schilderungen von Wessis im Osten und deshalb habe ich mir dieses sehr leicht zu lesende Buch gekauft.

Der Titel allerdings stieß mich zuerst ab.
Zuleicht assoziert man ein „wir“ im Titel einer „autobiographischen“ Schildung mit dem Autor. Und konzediert ihm also eine arrogante Haltung. Also schon wieder so ein LoHa, der daher kommt und alles weiß und den Leser belehren will. So meint die Leserin.

Dem ist aber nicht so. Der Autor zitiert das Motto, das jahrelang, DDR-lang, den Türbalken eines Konsum-Ladens zierte.

Ein gut zu lesendes, unterhaltsames, und den Menschen im Osten gerecht werdendes Buch. So leicht, wie er plaudert, nimmt er nämlich das alles nicht, der Moor hat seine Schuldigkeit getan.

Eine Leseprobe in PDF-Format bei Amazon und ein kleines Filmchen, auch bei Amazon

Dieter Moor: Was wir nicht haben, brauchen Sie nicht: Geschichten aus der arschlochfreien Zone
Was wir nicht haben, brauchen Sie nicht
Broschiert: 224 Seiten
Verlag: Rowohlt TB-V. Rnb. (2. November 2009)
ISBN-10: 3499624753
ISBN-13: 978-3499624759

Mrz 222007
 

dieser wichtige Preis wurde neben Gerd Koenen an Michail Ryklin verliehen.

Beide haben wichtige Bücher über Rußland geschrieben,

Mikhail Ryklin

Mikhail Ryklin

Michail Ryklin den Band „Mit dem Recht des Stärkeren“, der Einblick gibt in die Prozesse, die gerade in Rußland das Rad zurück, hin zum autoritären Staat, drehen. Mich interessiert dieses Buch besonders, da ich einige der darin genannten Personen kenne.

Es geht um die unselige Gerichtsverhandlung anläßlich der Zerstörung einer Kunst-Ausstellung im Moskauer Sakharow-Zentrum, bei der die Vandalen freigesprochen, die Künstler verurteilt und die Volksseele auf den richtigen Kurs gebracht wurde.

Die Laudatio auf die beiden Preisträger hielt Kerstin Holm, die verdiente Moskau-Korrespondentin der FAZ, auch erklärte Liebhaberin zeitgenössischer Musik. Kenntnisreich berichtet sie seit 1991 aus Moskau. Gerade vor drei Wochen saßen wir im gleichen Flieger nach Moskau, im April werden wir sie wieder treffen.

Ein Porträt von Frau Holm findet sich auf den Seiten der Stadt Leipzig, leider mit einem falschen Seitentitel.

Verdienstvoll ist auch, daß die Reden der Preisträger sowie die Laudatio im PDF-Format zum Download bereitstehen:

Gerd Koenen „Mein Russland-Komplex oder: Wir sind Gefangene“

Michail Ryklin, Dankesrede

Kerstin Holm, Laudatio

Ich lege es Ihnen ans Herz, diese Beiträge zu lesen. Leider sind die Artikel nicht mehr online.

Es ist wichtig, daß wir Westler uns klarmachen, was dort geschieht.

Michail Ryklin: Mit dem Recht des Stärkeren. Die russische Kultur in Zeiten der gelenkten Demokratie
Broschiert: 238 Seiten
Verlag: Suhrkamp; Auflage: 1 (23. August 2006)
Sprache: Deutsch
ISBN-10: 3518124722
ISBN-13: 978-3518124727
Originaltitel: Svastika, krest i zvezda

Aug 062003
 

starb Theodor Wiesengrund Adorno.

Zu einem Zeitpunkt, als seine Gedanken heftigst diskutiert wurden. Ich war mit einer Jugendgruppe in der Bretagne und ich erinnere mich, wie die Nachricht uns mittags erreichte.
Ein Schatten legte sich über die Gemüter.

Und ich habe diese Empfindung nicht vergessen.

Heute sind seine Arbeiten immer noch äußerst aktuell, aber ich denke mal, die Jugend beschäftigt sich heute ungern mit solch schwerer Kost

Mrz 012002
 

Kai Grehn: SCHWARZ

Kai Grehn: SCHWARZ

Es gibt eine Buchpremiere anzukündigen, ein wenig früh, denn das Buch erscheint erst im Juni 2002, aber Sie können es sich ja schon notieren:

Kai Grehn: SCHWARZ Reiseskizzen

Kai Grehn ist Dichter, Übersetzer, Hörspiel-Autor, Theater-Autor und – Regisseur, er ist nachdenklich und aufmerksam und er hat eine ganz eigene, feine Art der Wahrnehmung.

Er schreibt Radio-Features und gründete den deutschen Fond Avet Terterian, und er hat nun diesen kleinen Band mit Skizzen, Motiven geschrieben. Kleine zarte Skizzen von Carsten Nicolai begleiten einige, nicht alle der Texte.

Der Verurteilte

Gegen Ende reißt sich ein Mensch den Brustkorb auf, zerfetzt Kruste

aus Fleisch, dort, wo er sein Herz vermutet, links, unter bebender

Brustwarze. Sichtbar wird eine Maschine, Maschinensatz. Ein Herz

vielleicht. Vielleicht ein versteinertes Fossil, blutbesudelter Furunkel,

der sieht es nur aus wie und ist dennoch etwas anderes? Das gleiche

also, im Grunde?

„Oh, wir ewigen Narren! Hanswurste sind wir, Witzfiguren ohne Ende…“

sprichts, der Mensch, und beißt peinlich berührt ins grüne, grüne Gras.

Kai Grehn: SCHWARZ. Reiseskizzen
SCHWARZ
Reiseskizzen mit Zeichnungen von Carsten Nicolai
Edition Minotaurus in der Galerie Vevais
ISBN: 3-936165-21-1