Nov 282009
 

Thomasz Rózycik

Thomasz Rózycik


Die Zahl Zwölf hat es in sich: Apostel, Kreuzweg, Monate, ist die Basis des Duodezimalsystems, steckt in der Musik, bildet ganze Inselgruppen in der Ägäis, Tierkreiszeichen und und und… was davon verbinden wir Leser mit „Zwölf Stationen“ von Tomasz Rózycki ?

Einen Kreuzweg auf jeden Fall. Aber einen Kreuzweg der polnischen Art, durch den Alltag in Schlesien und seinen alltäglichen Wahnwitz.

Und das noch dazu als Vers-Epos.
Da bleibt einem glatt die Spucke weg ob dieses Unterfangens. Und auch beim Lesen, denn Vers-Epen haben eine gewisse Atemlosigkeit, zwingen den Leser in einen Lese-Galopp, die Metrik treibt voran, Lesegeschwindigkeit korreliert mit Handlungsgeschwindigkeit oder ist auch des öfteren gegenläufig. Wenn der Erzähler mal wieder versackt zum Beispiel, in den Phantasien von der Wieder-Erbauung der Kirche in der verlorenen ukrainischen Heimat, vom Papst welcher den Festgottesdienst zelebrieren wird und diese Kirchenweihe zum Friedensfest per se geraten läßt. Wenn es denn so passiert.

Aber so geschieht es natürlich nicht.

Und nun genug der Worte. Die sieben Euro für das Bändchen sind leicht aufzubringen. Kaufen Sie dieses Buch, lesen Sie es, kaufen Sie es nochmal und verschenken Sie es!

Eine Rezension hat dieser Band erhalten bisher im deutschen Literaturraum, die Seite beim Perlentaucher: http://www.perlentaucher.de/buch/32861.html

Tomasz Rózycik: Zwölf Stationen: Roman
Taschenbuch: 176 Seiten
Verlag: Sammlung Luchterhand (1. September 2009)
ISBN-10: 3630621023
ISBN-13: 978-3630621029
Originaltitel: Dwanascie stacji
Dez 122008
 

Wolfgang Koeppen ist in Greifswald geboren.
Er gehört zu den Dichtern, die mein Leben begleiten.
Als Studentin nahm ich sein Werk an, las jedes erhältliche Buch von ihm, verehrte ihn und schickte ihm zum Geburtstag jedes Jahr nach München einen Geldschein, damit er fein essen ginge.

Bruno Schulz

Bruno Schulz

Bruno Schulz lebte in Drohobycz. Und starb dort. Wurde ermordet von der deutschen Besatzungsmacht.
Sein Werk wird immer wieder „am Leben gehalten“, von Menschen, die davon begeistert sind. Er ist der „polnische Kafka“ und er darf nicht vergessen werden.
Was schwierig ist. Ein polnischer Autor, dessen Heimatstadt heute zur Ukraine gehört. Die Ukraine nimmt ihn nicht so einfach an, in Polen wird sein Andenken gewahrt.

So empfinde ich die Ausstellung „Bruno Schulz – Mythisierung der Wirklichkeit“ im Koeppenhaus in Greifswald als glückliche Fügung.

Im Herbst dieses Jahres kamen wir immer wieder nach Vorpommern und nun haben wir uns 15 km südlich von Greifswald ein altes Haus gekauft.
Ich werde mich dort sehr heimisch fühlen.
Meine Dichter sind schon da.

Die Ausstellung geht am 3.01.09 zu Ende.

Die Ankündigung der Ausstellung im Greifswalder Veranstaltungskalender kulturmodul:

Koeppenhaus – Literaturzentrum
„Bruno Schulz – Mythisierung der Wirklichkeit“
Eine Ausstellung des Polnischen Instituts Düsseldorf und des Adam-Mickiewicz-Literaturmuseums Warschau

Im Rahmen der polnischen Kulturtage polenmARkT 08

Bruno Schulz gehört zu den wichtigsten polnischen Schriftstellern. 1892 wurde er als Sohn einer jüdischen Kaufmannsfamilie im galizischen Drohobycz geboren. Der doppelbegabte Künstler hat die Stadt nur zeitweise verlassen können. Gesundheitliche Probleme und die schlechte finanzielle Situation zwangen ihn, sein Studium abzubrechen und eine Stelle als Zeichenlehrer am Gymnasium seiner Heimatstadt anzunehmen. Er arbeitete dort, trotz steigender Anerkennung für sein literarisches Werk – 1933 debütierte er mit dem Erzählband Die Zimtläden – bis zu seinem Tode. 1941 richteten deutsche Truppen für die jüdische Bevölkerung ein Ghetto ein. Bruno Schulz erfuhr eine Zeit lang Protektion durch den Drohobyczer Gestapo-Chef Felix Landau, der ihn als „Hausmaler“ beschäftigte. Im November 1942 wurde er jedoch von einem mit Landau verfeindeten SS-Mann auf offener Straße erschossen.
Ein großer Teil von Schulz‘ künstlerischem Nachlass gilt als verschollen. Sein Gesamtwerk – sowohl das literarische als auch das graphische – wird gelegentlich mit dem von Kafka, Proust und Kubin verglichen und erschließt sich auf mehreren Ebenen: die Darstellung der galizischen Kleinstadt spielt darin eine genauso bedeutende Rolle wie die tiefenpsychologische Ebene der Vater-Sohn-Beziehung oder das stark masochistisch geprägte Frauenbild. Der Kreation der Traumwelten kommt hier eine gleiche Bedeutung zu wie der Erschließung der jüdischen Mystik.

Der Eintritt ist frei.
Öffnungszeiten: dienstags bis samstags, 14.00 Uhr bis 18.00 Uhr
Vom 24. Dezember bis 1. Januar 2009 bleibt die Ausstellung geschlossen.

Okt 062007
 

dieses Buch, verfasst von den Odessitern Ilja Ilf und Jewgeni Petrow ist ein Klassiker.

Ein Klassiker wie „Meister und Margarita“. Es spielt nur in einer anderen Zeit, in den Anfangsjahren der SU, nicht in der Stagnation wie Bulgakov’s Werk.

12 Stühle

12 Stühle

Dieser Klassiker ist nun zum Film geworden. Dank Ulrike Ottinger. Sie hat eine großartige Umsetzung dieses grotesken, vergnüglichen, bitteren und doch so menschlichen Stoffes verwirklicht. In sieben Folgen. Mit einer großartigen Bildsprache. Absolut großartig.

Und wie immer, wenn unsere öffentlich-rechtlichen Sender etwas müssen, aber doch nicht so recht wollen, wird es zu einer Zeit gesendet, wo jeder anständige Mensch schon schläft: Nicht vor Mitternacht.

Also habe ich mich jetzt etliche Nächte gequält, trotz grippalem Infekt, diese Sendetermine von 3sat nicht zu verpassen. Habe es nicht geschafft. Und werde mir jetzt die DVD kaufen.

Ich muß, möchte, will diese Arbeit haben. Und in einer Folge sehen können.
Und Sie sollten sich unbedingt Ulrike Ottingers Webseite ansehen!
Sie beschreibt dort auch die Entstehung des Films.
Unbedingt lesenswert.

Mein Kompliment dieser Filmemacherin!

Und hier einige Links:
Ulrike Ottingers Webseite
Der Film bei 3sat
Verleih: Freunde der deutschen Kinemathek
Verkauf: Erhältlich auf DVD und VHS bei Ulrike Ottinger Filmproduktion
Fichtestraße 34
D-10967 Berlin
fon +49-30-692 93 94
fax +49-30-691 33 30
der Weltvertrieb ist gerade im Web nicht zu erreichen, deshalb hier die Kontaktdaten:

Weltvertrieb:
Cine-International
Leopoldstrasse 18
D-80802 München
Germany
Ansprechpartnerin: Christiane Harris
fon +49-89-39 10 25
fax +49-89-33 10 89
email@cine-international.de
www.cine-international.de

Jan 142007
 

20070114-minsk Artur Klinau ist ein interessanter Schriftsteller und Künstler und die kurze Information im Klappentext reicht hinten und vorne nicht:
Artur Klinau, 1965 geboren, Architekt, Künstler und Publizist, Herausgeber des einzigen Magazins für zeitgenössische Kunst in Weißrußland ‚pARTisan‘. Lebt in Minsk

Das Buch ist hochinteressant und er stellt dem Leser auch ein Riesenrad vor.
Und weil ich Riesenräder liebe, habe ich gleich eine kleine Arbeit draus gemacht.

Um den Künstler kennenzulernen, hier ein paar Links:

In der Dämmerzone
Igor Savchenko und Artur Klinau, Fotografie aus Weißrussland
Mired in Belarus – A Crow Sleeping on a Fence Defecates onto People’s Hats
The Artists of the Bog Empir

Artur Klinau: Minsk – Sonnenstadt der Träume
Broschiert: 175 Seiten
Verlag: Suhrkamp; Auflage: Neuauflage. (15. April 2009)
Sprache: Deutsch
ISBN-10: 3518124919
ISBN-13: 978-3518124918
Aug 192006
 

Roman Vishniac

Roman Vishniac

Roman Vishniac hat heute Geburtstag.
Er hat das Leben der osteuropäischen Juden am Vorabend ihrer Ausrottung dokumentiert.
Er hat ihnen ein Gesicht gegeben, das unauslöschlich ist.

Ich habe seine Bilder zum ersten Mal als junges Mädchen gesehen, in einer Fernsehsendung, und ich war elektrisiert. Inzwischen besitze ich alle seine Bücher, die Gesichter der von ihm Porträtierten begleiten mich durch das Leben. Er könnte Bruno Schulz getroffen, aufgenommen haben.

Die Wikipedia weiss natürlich auch etwas über ihn.