Feb 082011
 

Felix Philipp Ingold: SteinleseUnser Leben ist steinig und unsere Aufgabe ist es, die Steine auf unserem Weg aufzulesen, beiseitezuräumen oder zu umgehen.

So lese ich die Steine auf dem Weg (auf).

Das sind meine Assoziationen zu dem neuen Buch Steinlese von Felix Philipp Ingold, das dieser Tage in der von Alexander Nitzberg herausgegebenen edition schwarzes quadrat im onomato-Verlag erscheint:

Felix Philipp Ingold
Steinlese

Zweimal 33 Gedichte

Das Buch und die Autorenlesung zusammen: karge Gestaltung und Ingoldsche Knappheit, die die Dinge auf den so noch nicht gesagten Punkt bringt.

Und mir die Welt wieder ein wenig näher bringt, verstehbarer, durchdringbarer, wenn auch steinig.

Der Spiegel ist…

Felix Philipp Ingold: Steinlese: GedichteTaschenbuch: 72 Seiten
Verlag: onomato; Auflage: 1., Aufl. (20. Januar 2011)
Sprache: Deutsch
ISBN-10: 3939511684
ISBN-13: 978-3939511687

Lyrik-Band in der Reihe »edition schwarzes Quadrat« 76 Seiten
Mit ungekürzter Autorenlesung auf einer Audio-CD
Mit typografischer Inszenierung der Texte von Theo Leuthold

Die Seite des onomato-Verlags ist eine ästhetische und inhaltliche Freude und ich werde mir die Zeit nehmen, den Verlag hier demnächst genauer vorzustellen.

Jan 292009
 

Auf diese und weitere Fragen gab Michael Krüger, Verleger (Carl Hanser Verlag) und Autor, ausführlich und bereitwillig Auskunft.
In einem ZEIT-Gespräch, veröffentlicht auf http://www.zeit.de/2009/01/DOS-01-Krueger

Es ist gar nicht möglich, aufzuzählen, welche großen Namen er in dem Verlagsprogramm vereint, und am liebsten ist mir seine Edition Akzente. Nennen möchte ich aber auf jeden Fall Bruno Schulz.

Da finden wir Lyrik von Oskar Pastior und Felix Philipp Ingold, Texte zur Neuen Musik von Schnebel und auch der große Karl Schlögel mit seinem großen Werk Terror und Traum. Moskau 1937.
Er hat Josef Brodsky verlegt und Czeslaw Milosz

Michael Krüger

Michael Krüger

Dieser Michael Krüger veröffentlichte 2008 „Literatur als Lebensmittel“, Reden und Aufsätze und Beiträge über den Betrieb. Aus allen Texten ebenso wie aus dem o.g. Gespräch übernimmt der Leser eine Aufmerksamkeit und Wertschätzung der Literatur, der Autoren, der Dichter und der Freunde.

Michael Krüger ist klug und weiß viel. Er bringt Dinge zusammen, schließt Themen zu Zirkeln, öffnet Horizonte.

Solche eine Verlegerpersönlichkeit gibt es nur wenige.

Michael Krüger: Literatur als Lebensmittel
Gebundene Ausgabe: 256 Seiten
Verlag: Sanssouci (10. September 2008)
Sprache: Deutsch
ISBN-10: 3836301202
ISBN-13: 978-3836301206
Feb 202007
 

20070220-urs_engeler
In der FAZ erschien am 1. Februar eine Würdigung von Urs Engeler, dem engagierten Herausgeber zeitgenössischer Lyrik.

Engeler verlegt unter anderem Felix Philipp Ingold, Oskar Pastior, Gelu Naum, Anna Achmatowa, Ghérasim Luca ..

Seine Bücher sind unentbehrlich.

Zwischen den Zeilen heißt die Zeitschrift, die er jetzt seit 15 Jahren verlegt, eine Perle, die ich nicht missen möchte.

Förderer haben sich gefunden und doch ist Engelers Geschichte keine reine Erfolgsgeschichte, sondern die eines immerwährenden Kampfes gegen die Windmühlenflügel des Buchmarktes..

Nach fünfzehn Jahren liest sich die Namensliste der Autoren der bislang 26 Hefte „Zwischen den Zeilen“ und den Büchern des Verlags wie ein repräsentativer Ausschnitt der Gegenwartslyrik und der experimentellen Prosa. Durs Grünbein, Oskar Pastior, Elke Erb, Felix Philipp Ingold, Ulf Stolterfoht, Andrea Zanotti und viele andere haben bisher geschrieben, übersetzt und gelesen..

Engelers Suche nach den Manifestationen einer poetischen Sprache jenseits der Alltagssprache, sein Bemühen, die Auseinandersetzung über deren Möglichkeiten in Gang zu halten, haben in einem Randbereich ein kleines Zentrum geschaffen.

So Beate Tröger in der FAZ, 01.02.1007, Seite 44

Dez 192006
 

habe ich doch einen der Worstseller des letzten Jahres in meinem Besitz, wenn nicht auch letztes Jahr erworben:

Wer sind diese Menschen? Genau drei Personen erwarben 2005 eine neue Taschenbuchausgabe von Frank O’Connors „Meistererzählungen“. So steht es in einer „Worstsellerliste“, in der Diogenes seine schlechtest verkauften Titel des vergangenen Jahres annociert. Der Züricher Verlag, bekannt in der Branche dafür, Bestseller am Fließband zu produzieren, kann sich die kokette Imagekorrektur leisten.

schreibt Brigitte Preissler in der Berliner Zeitung

und die FAZ schreibt vom Gammelbuchskandal und startet eine eigene Umfrage bei weiteren Verlegern.

Also, Enthüllung:

ich kaufte „Im Gouvernement S: Surkas Verwandtschaft“ von Leonid Dobycin bei der Friedenauer Presse, aber das schon vor 3 Jahren… und sicherlich ist auch irgend ein Band von Koeppen bei Suhrkamp ein Worstseller (sind sie ja eigentlich alle), aber dieser Verlag hüllt sich in Schweigen…

Leonid Dobycin: Im Gouvernement S: Surkas Verwandtschaft
Gebundene Ausgabe: 151 Seiten
Verlag: Friedenauer Presse (1996)
Sprache: Deutsch
ISBN-10: 3921592968
ISBN-13: 978-3921592960
Größe und/oder Gewicht: 20,8 x 12,9 x 1,9 cm
Okt 072006
 

Der Schweizer Epoca-Verlag verlegt die Bücher von Aldo Buzzi.
Er hat auch sonst noch schöne Bücher.

Nach meiner Vorstellung hier im Lesebuch bekam ich vom Verlag eine Einladung zur Frankfurter Buchmesse. Aber leider bin ich nicht in Frankfurt.

Die Frankfurter Rundschau aber. Und die hat den Epoca-Stand besucht.

Taschenascher

Wenn der Begriff in letzter Zeit nicht so in Verruf geraten wäre, müsste man wohl von „Lebenskunst“ sprechen: Gegen den Trend der immer weiteren Professionalisierung grau- bis schwarzgewandeter Buchmanager ist der Stand der kleinen Zürcher Edition Epoca ein Hort des Büchermachens aus Passion. Das exzellent gelaunte Team, schöne Bücher und freigebig ausgeschenkter (guter!) Wein lassen Erinnerungen aufkommen an Zeiten, als auf der Messe noch gelacht werden durfte und der Geist, der sich hier alljährlich versammelt, buchstäblich in dicken Rauchschwaden durch die stickigen Hallen zog. Dass in eben diesen heute sehr viel schicker ausgestatteten Hallen das Rauchen noch nicht strikt verboten wurde, ist für sich schon ein Wunder. Für den Fall der Fälle (No -Smoking-Schilder vor allem bei den ausländischen Ausstellern) haben die Epoca-Macher, die sich große Verdienste um die deutsche Übersetzung des Werkes von P. G. Wodehouse erworben haben, in diesem Jahr ein besonderes Kleinod mit auf die Messe gebracht: einen Taschenaschenbecher, den man zunächst für ein Pillendöschen halten könnte, auf das winzig, aber gemmengleich schön ein Bildnis des legendären Schöpfers von Bertram Wooster und seinem Diener Jeeves im rasanten offenen Coupé geprägt ist. Kult! chp

Herzlichen Glückwunsch und Gute Geschäfte!
Und den kleinen Aufforderungsausrutscher, (ja das Ausrufungszeichen), überlesen wir mal…