Apr 112014
 
Nikolai Gogol

Nikolai Gogol

ich bin wieder mal in Russland unterwegs, zum 10. Todestag meines Freundes Nikolai Dmitriev also auch wieder in Moskau auf dem Novodevichy-Kloster-Friedhof, dem „Prominenten-Friedhof“.

Auf dem Weg zu Nick lege ich immer Blumen auch bei Gogol, Tschechov und Bulgakov nieder. Und dieses Mal gab es eine Überraschung für mich: wir fanden Gogols Grab nicht mehr. Jedenfalls auf den ersten Blick, denn seine Büste war verschwunden.

Was uns unverständlich schien, klärte sich dann auf: statt der Büste krönt nun ein goldenes Kreuz seine Grabstätte.

Gogols Grab Für mich wieder ein Zeichen für die neue „Kirchlichkeit“ in Russland.

Ansonsten, und daher der Titel, lese ich gerade Novellen von Fjodor Sologub, die wahrlich dazu fähig sind, die Stimmung zu trüben.

Welch dunkler Drang herrscht in den Novellen, Schattenspielen bringt den Wahnsinn, junge Frauen wandeln sich zu Bräuten unbekannt verstorbener junger Männer…

ein dichtes düsteres Geflecht.

Jan 052014
 

nicht so weise wie ihn die Medien gerne darstellen möchten: Helmut Karasek hat Geburtstag. Und Feuilletons jubeln und lassen die Tochter Hymnen auf den Vater singen (Abendblatt, Hamburg).

Ein Feuilleton, das einen Mann, der Literaturkritiker sein soll, aber mit Vorliebe schlüpfrige Pointen absondert, als humorvoll charakterisiert, ist nur peinlich.

Ein Feuilleton, das meint, wir alle hätten viel von ihm gelernt (ohne es vielleicht zu wissen), spekuliert mit erfundenen Tatsachen.

Mir war dieser Mann immer peinlich, sei es, wenn er mit Rollköfferchen in Basel begegnet, in Heringsdorf bei den Literaturtagen sabbernd Ansagen macht oder seine Tochter nepotistisch auf dieses unglückliche Usedomer Literaturfestival mitschleppt, die von ihm geschilderten literarischen Empfindungen mochte ich nie teilen.

Für manche Literaten habe ich mich fremdgeschämt, wenn sie von ihm besprochen worden.

Nein, in diesen Lobgesang stimme ich nicht ein, mich nervt er. Ein alter, mir peinlicher Mann.

Dez 162013
 

dann liegt es an einem schlampig programmierten Plugin für WordPress, das einige meiner Webseiten störte / fast zerstörte, und das deshalb deaktiviert werden mußte.

Es handelt sich um das Plugin „NextGen„, eine Gestaltung für Bilder-Galerien. Noch dazu eine der meisteingesetzten WordPress-Erweiterungen.

Das Plugin habe ich löschen müssen, die vom Plugin gestalteten Galerien produzieren jetzt natürlich Fehler… das werde ich aber erst in den ruhigeren Tagen zwischen den Jahren bereinigen können.

Erst einmal bin ich froh, daß der Fehler gefunden wurde und das Problem behoben.

Dez 122013
 

Peter UrbanPeter Urban, der große Übersetzer russischer Literatur, starb.

Er hat mir viel Gutes getan. Denn durch ihn hatte ich die Chance, Tschechow zu lesen. Und damit mein Leben zu bereichern.

Nicht immer hat mir gefallen, wie er übersetzte, oder seine Übersetzungen mit zuviel Anmerkungen austrocknete. Aber ohne seine Übersetzungen wäre ich heute nicht die, die ich bin.

Ich danke ihm für sein Lebenswerk.


Photo: Diogenes

Nov 172013
 

Felix Philipp IngoldSchon so lange geplant und gewünscht, nun wird das Projekt Ingold-Gödecke endlich wahr.

Vor 11 Jahren, an FPI’s 60. Geburtstag schrieb HE Gödecke ihm eine Komposition. Daraus entstand der immer wieder wachgehaltene Wunsch, die Texte und die Musik zusammenzubringen.

Viele viele Gründe dafür, daß es nicht wahr wurde. Zeit, Gesundheit, Anderes…

Aber jetzt endlich können wir es wahr machen.

Felix Philipp Ingold kommt in unseren Norden und wird die Mittagswut lesen.


Montag, 25.11.2013, 20:00 Uhr,  Schnittke-Akademie, Hamburg-Altona, Max-Brauer-Allee 24
Mittwoch, 27.11.2013, 20:00 Uhr, Koeppenhaus, Greifswald, Bahnhofstrasse 4/5


Poesie deckt auf, was noch nicht gewußt in uns rumort. Interpretationen geraten mehrdeutig. So gebaut, geschieht ein Verstehen als genaue Ahnung. Auf diesem Grat bewegt sich  konzentriert die Poesie von Felix Pilipp Ingold. Nun also nicht wundern, wenn diese Poesie zunächst unverständlich riecht; später erscheint es anders, mit Brandflecken im Kopf. Aber eine Betriebsanleitung für Einsichten gibt es nicht.

Die persönliche Lesung von Felix Philipp Ingold wird aufgefangen in Musik, komponiert von Heinz-Erich Gödecke und erspielt vom Ensemble 7: Gesang, Klavier, Percussion, Posaune.

Der Text wird ausgestellt. Musik  steigert das Hineinhören. Text wird Musik und bleibt doch Text:  Text-Musik, keine Vertonung. Text-Werterhaltung ist das Ziel.

Verschiedenste Melodiefetzen, Geräusche, Tropfen, Rost, Sand-Knirschen, Elektronik, Text und Stille erzeugen eine offene durchsichtige Klangsphäre; Verhalten und konträr expressiv. Dazu Stand-Videos. Das Ganze bildet ein Ohren- und Augenerlebnis.

Ensemble 7: Heinz-Erich Gödecke, Victoria Mun, Björn Lücker, Hans  Schüttler / Posaune, Gesang, Percussion, Posaune

      Hören auf das was nie
      spricht. Achtsam
      liegt sich´s schwerer. Wer
      da wacht am einen Pol
      der Lust. Kein
      Suhlen nicht. Licht ist
      das Ziel. Da. Es
      harrt.
      ........Was löscht die Mittagswut. ...
      ..... die Sille ist was sich gehört.               F. P. Ingold