Erinnerung, sprich

Erinnerung, sprich


Roshdestveno

Roshdestveno

Diese Autobiographie bringt uns mit ihren stärksten Kapiteln in die Kindheit Nabokovs in St. Petersburg und reicht uns einen Hauch Nostalgie, begleitet von Einblicken in Kultur- und Zeitgeschichte.

Im Sommer 2000 besuchte ich den Ort Roshdestveno in der Nähe St. Petersburg, in dem Nabokov auf dem Gut Wyra seine Kindheit verbracht hatte. Dort steht auch das große Anwesen, das er von seinem Onkel geerbt hatte. Über diesen Besuch gibt es einen Fotobericht hier auf Avantart.

Vladimir Nabokov: Erinnerung, sprich: Wiedersehen mit einer Autobiographie
Wiedersehen mit einer Autobiographie.
Taschenbuch – 563 Seiten (1999)
Rowohlt Taschenbuch-Verlag, Reinbek
ISBN: 3499225476
Im Gouvernement S.

Im Gouvernement S.

Klar, mit wenigen Worten, ohne Phrasen, ein Roman in Skizzenbildern. In der Tradition Leskows wird erzählt, wie ein Junge aufwächst, wie die Nachrichten vom Krieg in das Dorf dringen, wie der Junge ein Räuber werden will.

Unspektakulär umspannt dieser Roman den Zeitraum vom Beginn des 1. Weltkrieges bis zur russischen Revolution, aus der Sicht der Menschen im Dorf geschildert.

Ein Erzählstil, der nur nennt, nichts erklärt und doch Bilder schaftt…

Leonid Dobycin: Im Gouvernement S. / Surkas Verwandtschaft online bestellen
Gebundene Ausgabe – 151 Seiten (1996)
Friedenauer Presse, Berlin
ISBN: 3921592968
Übersetzt und mit einem Nachwort versehen von Peter Urban
Der Erbe

Der Erbe

Die Geschichte eines Schatzes, der über Generationen hinweg versteckt war und nun gefunden werden soll, der Weg zu dem Versteck eine Fahrt durch die russische Gegenwart: schlechte Straßen, absurde Hotels, vereinsamende Dörfer, nasse Herbstwälder und jeder Mensch hat seinen eigenen Kosmos: darum geht es in dem Buch Der Erbe

In einer Rezension des Buches hieß es:


Was Pjotr Aleschowski hier ohne anklagend zu werden in einen Roman verpackt hat, enspricht den authentischen Berichten verschiedener Hilfsorganisationen. So wird der Roman zu einer Dokumentation über die Not in Rußland.

Ich sehe das anders.
Diese Not ist nur in unseren westlichen Augen eine Not, es ist russische Realität, denn nicht umsonst sind die Russen angetreten, Kafka zu realisieren….

Pjotr Aleschkowski: Der Erbe
Gebundene Ausgabe: 299 Seiten
Verlag: Suhrkamp (1998)
Sprache: Deutsch
ISBN-10: 3518409999
ISBN-13: 978-3518409992
Herbst

Herbst

Der Herbst schaut grübelnd in des Abends Helle,
Die Gräser deckt ein leichter Nebel zu,
Die Hütte kaut mit greisem Mund – der Schwelle -
Das duftige Brot der abendlichen Ruh.

Herbstliche Kühle, weich mit Dunst verschlungen,
Stiehlt sich zur Scheune über Feld und Au;
Versunken schaun zwei flachshaarige Jungen
Aufs Spiel der Dohlen durch der Scheiben Blau.

Die grüne Asche auf dem rosigen Herde
Glimmt fahl am Rauchfang, wo noch Kohlen sind.
Und jemand fehlt, verschluckt von Nacht und Erde,
Von jemand flüstert schmallippig der Wind.

Zwei Färsen stören nicht mehr auf die Ruhe
Von Gras und Laub, die goldner Rost betaut.
Den Schnabel eines aufgeblähten Uhus
Küßt ein gezogener, dünner Klagelaut.

Im Stall herrscht Stille und ein Schlummerweben;
Der weiße Weg hüpft um den Graben nackt …
Das Gerstenstroh seufzt zärtlich und ergeben
Am Maul der Kühe, nickend mit dem Takt.

Die goldnen Schatten auf dem Herbstwald liegen,
Er sprach in seiner Birkensprache gern;
Die Kraniche, die traurig weiterfliegen,
Bedauern nichts und sind dem Schicksal fern.

Bedauern – wen? Wir alle wandern, schweifen -
Du kommst und gehst und läßt das leere Haus -
Es träumt von denen, die die Welt durchstreifen,
Und tief im Teiche lischt das Mondlicht aus.

Ich bin allein. Ringsum der Ebene Stille,
Die Kraniche hat längst der Wind verweht,
Ich sehne mich nach meiner Jugend Fülle,
Und doch ist nichts, das mir zu Herzen geht.

Ich klage nicht um Jahre, die entlaufen,
Um Seelenblüten, duftig und verschwärmt,
Im Garten brennt ein großer Scheiterhaufen.
An dem sich aber keines wirklich wärmt.
Wie auch die Flammen sich zusammenballen,
Das gelbe Ebereschenlaub bleibt fest.
Ich lasse meine Worte traurig fallen,
So wie der Baum die Blätter fallen läßt.
Und wenn die Zeit, im Zeichen neuer Sterne,
Sie einmal wegfegt, anderm Unrat nach,
So sollt ihr sagen, daß der Herbstwald gerne
In seiner Birkensprache zu ihm sprach.

Bitov liest Puschkin

Bitov liest Puschkin

Puschkin wird dieses Jahr groß gefeiert. Ehrungen, Lesungen …

wir gedenken dieser unsterblichen Poesie, und viele hören sie zum ersten Mal.

Die meisten dieser Gedenkveranstaltungen verlaufen nach klassischem Muster, es gibt aber auch neue Präsentationen. Lassen Sie mich das Bitov Quintet vorstellen: Andrej Bitov, der große Schriftstellern, liest unbekanntere Gedichte von Puschkin, begleitet von Vladimir Tarasov, Juri Parfionow, Alexander Alexandrov und Vladimir Volkow,
alles alte Freunde, Mitglieder vieler interessanter Ensembles ( z.B. des Moscow Composers’ Orchestra), Freunde, die ich hier auf Avantart schon oft vorgestellt habe.

Andrej Bitov liest Puschkin

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