Dez 052009
 
Andrzej Stasiuk

Andrzej Stasiuk

Andrzej Stasiuk hat es auf die Insel geschafft, er ist in die Insel Bücherei aufgenommen worden. Das ist eine Ehre für ihn und ein Glück für uns Leser.

5 Geschichten sind in diesem Bändchen versammelt, die verstreut veröffentlicht waren. Fünf Geschichten, in denen eigentlich nichts geschieht und in denen doch das ganze Leben steckt.

Mehr als empfehlen kann ich dieses Buch nicht und als Geschenk ist es immer ein guter Tip.

Andrzej Stasiuk: Winter: Fünf Geschichten
broschiert: 63 Seiten
Verlag: Insel Verlag; Auflage: 1 (16. September 2009)
ISBN-10: 345819322
ISBN-13: 978-3458193227
Mrz 022008
 
Andrzej Stasiuk

Andrzej Stasiuk

Was der Verlag als Reiseskizzen bezeichnet, ist viel viel mehr.

Stasiuk ist ein obsessiver Reisender. Und sein Reisegebiet ist immer wieder Osteuropa. Die von ihm bereisten Regionen sind für ihn Barometer des gesellschaftlichen, kulturellen, politischen Wandels.
Stasiuk liest das Barometer sehr genau ab.

Und sehr scharfsichtig beschreibt er.

Wer fährt schon in den Kosovo? Wer außer seinen Bewohnern, internationalen Beamten und Soldaten aus allen Ecken der Welt? Wer braucht den Kosovo? Oder Mazedonien? Kleine, vergessene Länder, die für die einen Probleme darstellen, für die anderen Beute. Wenn die Welt für einen Moment ihren Blick abwendet, hören sie einfach auf zu existieren, denn heutzutage existiert nur das, was von anderen wahrgenommen wird. Die Existenz als solche hat schon lange ihren Sinn verloren.

Gerade in den kleinen Orten spürt er der Zeit nach, den Brüchen und den Verschiebungen.
Dieses Buch ist eine Pflichtlektüre für diejenigen, die doch ein wenig über den Tellerrand unserer „westlichen Information“ schauen möchten.

Andrzej Stasiuk: Fado: Reiseskizzen
Broschiert: 158 Seiten
Verlag: Suhrkamp; Auflage: 1 (23. Januar 2008)
Sprache: Deutsch
ISBN-10: 3518125273
ISBN-13: 978-3518125274


Jan 022006
 

welche Bücher haben mich dieses Jahr 2005 beglückt, welche sich als Leseerlebnis herausgestellt, mich gelangweilt, genervt oder geärgert?

Na, alle möchte ich nicht aufzählen. Wenn ich mir im Wohnzimmer ansehe, wie sich die Bücher inzwischen auf den Regalen stapeln, weil sie nicht mehr in die Regale passen, dann muss ich eigentlich eine Lesepause einlegen, die Regale erweitern, so denn überhaupt noch möglich, oder umziehen ..

Felix Philipp Ingold mit seiner Wortnahme gehört auf jeden Fall an die Listenspitze.
Ghérasim Luca mit den lapsus linguae, auch hier vorgestellt

ebenso wie Erika Burkart mit dern Ortlosen Nähe

Andrzej Stasiuk

Andrzej Stasiuk

Herr Andruchowytsch mit dem 12. Kreis hat mich gelangweilt, das Buch habe ich nicht ausgelesen, habe ich hier auch schon geschrieben…

fasziniert war ich wieder einmal von Andrzej Stasiuk,
Unterwegs nach Babadag , welches mich einstimmte auf die Ungarischen Lesezeiten, die mir meine Buchhändlerin, Frau Herbst in der Buchhandlung Christiansen so anriet.


Attila Bartis

Ganz grossartig ist Die Ruhe von Attila Bartis, dichte Athmosphäre, beklemmend, aufrüttelnd, auch obszön, das Erzählte geht mir noch Tage nach.


Dez 302004
 
Andrzej Stasiuk

Andrzej Stasiuk

Und wieder ein Buch von Stasiuk, eindrücklich und wortgewaltig.

Am leichtesten, angenehmsten eine der drei Kindheitserinnerungen über die Bücherei, am schwersten zu nehmen diese Alkohol-Eskapaden, herausragend die sexuelle Hörigkeit.

Es sind nicht die Geschichten alleine, die er erzählt, die so fesseln und auch anstrengen, es ist seine Sprache.

Sie hat eine Schwere und Bildkraft, die ich selten zu lesen bekomme. Sie prägt Empfindungen, die noch nach dem Weglegen des Buches nachschwingen, nicht angenehm, aber intensiv.

Ganz groß.

Andrzej Stasiuk: Über den Fluß. Erzählungen
Taschenbuch: 189 Seiten
Verlag: Suhrkamp; Auflage: 1 (24. November 2004)
Sprache: Deutsch
ISBN-10: 3518123904
ISBN-13: 978-3518123904
Originaltitel: „Przez rzeke;“

die Webseite Andrzejs Stasiuk: Stasiuk

Apr 012004
 

Josef Brodsky erinnert in Flucht aus Byzanz an das geistige Lumpenproletariat, das Joga, Buddhismus oder Mao schon satt hat und jetzt in die Tiefen des Sufi, der Sunna, des schiitischen „geheimen“ Islam etc. vordringt.

Und ein paar Jahre später sagt er, er würde gern die Werke einiger Autoren, zum Beispiel Marcel Prousts, in Fortsetzungen drucken, damit die ganze Gesellschaft sie lesen kann.

Ich habe diese beiden Aussagen Brodskys ausgesucht, weil die erste eine richtige Diagnose stellt und in gewisser Weise ein krankhaftes Individuum entlarvt und die zweite die Hilflosigkeit der Medien bezeugt.

Andrzej Stasiuk, Das Flugzeug aus Karton