Dez 272008
 
NKVD Photo

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vor 70 Jahren verlöschte das Leben des großen Dichters Ossip Mandelstam im Fernen Osten Rußlands in einem Straflager.

Ein Dichter, der sein Leben lang gequält wurde, von der Macht, der Armut, der Dummheit. Und der uns doch mit seiner Dichtung ein großes Geschenk gemacht hat.

Olga Martynova würdigt ihn in der FR in einem bemerkenswerten Text: Eine Streichholzflamme im Wind.

Und Google AdSense liefert die passenden Anzeigen unter den Text: Transsib Sonderzug und Russland Visum beantragen

Da bleibt der Zorn im Hals stecken.

Mrz 072006
 

nicht nur auf kultur-banal.de, auch hier möchte ich auf den interessanten Aufsatz hinweisen:

C.W. Macke schreibt im Titel-Forum eine Begründung, keine Verteidigung der Lyrik und interessant ist natürlich auch der Exkurs zur russischen Poesie:

Bella Achmadulina hatte kein einziges Blatt Papier mit auf die Bühne gebracht. Sie rezitierte alle ihre Gedichte nur auswendig. Wort für Wort, Vers für Vers, Strophe für Strophe ohne eine einzige längere Pause.

Eine ähnlich atemberaubende Dichterlesung habe ich dann noch einmal mit ihrem Landsmann Josef Brodsky im Münchener Prinzregententheater erlebt. Auch er rezitierte jedes seiner Lang-Gedichte ohne ein einziges Blatt Papier als Stütze. Auch Ossip Mandelstamm, Anna Achmatova oder die Zwetajewa sollen, so berichten es Zeitzeugen, ihre Gedichte immer nur auswendig, nie vom Blatt ablesend vorgetragen haben. Warum eigentlich hat das Memorieren von Gedichten in der russischen Tradition einen so hohen Stellenwert? Bücher kann man verbieten oder verbrennen, Papiere kann man beschlagnahmen, aber gegen Gedanken und auswendig gelernte Gedichte ist jeder Nachrichtendienst machtlos. Das ist nicht das schlechteste Argument, literarische Texte und Gedichte im Besonderen zu memorieren

Jul 142000
 
Jerische Tscharenz

Jerische Tscharenz

Auf AVANTART gibt es einen umfassenden Bereich über Armenien.

Und natürlich gibt es dort auch Informationen über armenische Literatur.

Jerische Tscharenz, der große Dichter des 20. Jahrhunderts, wird dort genauso vorgestellt wie Sayat Nova, der Barde aus dem Mittelalter.

Amenapoem von Jerische Tscharenz

Nahapet Khutschak ist der Dichter der Hairen, Gedichte mit je vier Versen zu 15 Silben. Seine Dichtung ist reine Renaissance-Dichtung: lebe dein Leben intensiv und genieße die Schönheit der Welt. So schreibt er über die Liebe, eine Liebe, die ihre Regeln nur aus dem Herzen bezieht.

das 93. von 101 Hairen
Ossip Mandelstam

Ossip Mandelstam

1930 konnte Ossip Mandelstam nach Armenien reisen und dort für eine kurze Zeit geistige Ruhe finden, bevor er vom stalinistischen Orkus verschlungen wurde.

Ein Gedicht aus dem Gedichtzyklus Armenien

Heute ist die neue, alte Fassung von Andrej Bitov’s armenischen Lektionen interessant.