Apr 302007
 

Ich hatte ja vor ein paar Einträgen das Buch „Begrabt mich hinter der Fußleiste“ (nein, nicht „an der Biegung des Flußes“ vorgestellt und kritisiert. Ich fand die Tiraden der Großmutter einfach nur langweilig.

Pawel Sanajew

Pawel Sanajew

Nun finde ich in der TAZ von heute eine Mehrfachrezension von Kindheitsbüchern, „Kindheitsmuster“, in denen dieses Buch auch rezensiert wird.
Liisa hat es in ihrem Litblog auch gerne gelesen.

Und wie es aussieht, bin ich die einzige, die sich immer und immer wieder gelangweilt hat bei den ewigen Tiraden der Oma, den ewigen Leiden des Jungen, dem ewigen Flüchten des Opas.

Weshalb nur ich? Habe ich zuviele Bücher gelesen? Wahrscheinlich bin ich wohl 20 Jahre älter als die meisten Rezensenten, da kommen schon einige Bücher zusammen..

oder habe ich mich zusehr mit dem Pikaresken Element in Jugend- und Kindheitsschilderungen beschäftigt? Ich muß doch meine Examensarbeit mal wieder rausholen („Politisierung des Ästhetischen oder Ästhetisierung des Politischen„, Die Kindheit in der Nazizeit – gespiegelt in der zeitgenössischen Literatur)

ich finde den Aspekt, auf den die TAZ abhebt, daß nämlich alle 3 dort in dem Artikel geschilderten Kindheiten in Zeiten der Repression stattfinden, interessant.
Hat mit meinem alten Thema zu tun.
Und bestätigt eigentlich meinen damaligen Schluß: nur wenige Autoren vermögen das Ästhetische zu politisieren, (nach Benjamin), die anderen gleiten in Befindlichkeiten ab…

Apr 162007
 
Pawel Sanajew

Pawel Sanajew

in etlichen Rezensionen wurde dieses Buch gelobt.
Ich habe versucht, es wohlwollend zu lesen. Es ist mir nicht gelungen.
Es ist mir nicht gelungen, Verständnis zu finden für diese ewig nölende Großmutter und den passiven, flüchtenden Großvater.
Der altkluge Bub hat es mir eben einfach nicht angetan.

Daß sich zum Schluß alles wenden soll, nun denn.
Ich habe mich abgewandt.

Schade. Gerade der Name der Übersetzerin, Natascha Wodin, ließ mich aufmerksam werden auf dieses Buch. Hat sie doch etliche Bücher geschrieben oder übersetzt, die mir zu bestimmten Zeiten sehr wichtig waren, Nadja, Briefe aus Rußland zum Beispiel.
Bei diesem Buch hat es nicht gereicht.

PS: Diesen Roman fand ich beim Verfassen des Artikels so schlecht, daß ich sogar vergessen hatte, ihn zu nennen ;=)

Pawel Sanajew: Begrabt mich hinter der Fußleiste
Antje Kunstmann Verlag, München 2007
ISBN-10 388897464X
ISBN-13 9783888974649
Gebunden, 238 Seiten, 17,90 EUR