Vasil Bykau †

 

Vasil Bykau

Vasil Bykau

Vasil Bykau

Im Mai 2000 lernte ich Vasil Bykau und seine Frau Irina kennen, als sie für ein halbes Jahr in Wiepersdorf lebten. Dies hatte der Pen-Club im Rahmen des Programms „Writers in Exile“ ermöglicht. Ich war beeindruckt von seiner Persönlichkeit, seiner Wärme, aber auch Versonnenheit.

In seiner Heimat wurde er vom Lukaschenka-Regime ob seines Engagements in der Bürgerrechtsbewegung immer wieder diffamiert, sodaß er mit seiner Frau Irina für einige Jahre das Land verließ. Aber immer betonte er, daß er ein Bürger Weißrußlands sei

Vasil Bykau aber erbat niemals politisches Asyl, er wollte immer nach Minsk zurückkehren.

Kurz vor seinem Tode kehrte er zurück. Zum Sterben. 3 Tage nach seinem 79. Geburtstag erlag er einem Krebsleiden.

Mehrere Male war er für den Nobelpreis der Literatur nominiert gewesen. Zu spät.

Die Web-Seite bykau.by.ru ist dem großen Dichter gewidmet. Hier finden sich auch zwei Texte in deutscher Sprache, ein Glück, denn die ins deutsche übersetzten Werke sind nur noch antiquarisch zu finden. Sein Schreiben paßte sicherlich nicht in den massenkompatiblen Literaturbetrieb, zu nachdenklich, menschlich.


Letzte Worte / Nachrufe:

Daniil Granin:

Dear Vasil! For as long as your soul is still somewhere around, accept our love, our mourning, our eternal gratitude for using your bright talent and life itself honestly and courageously for the sake of all.

Grigory Baklanov:

Dear Vasil, the “lukashenkos” will come and pass but you will forever remain the pride of the Belarusian literature and culture.


Links:
Ein Schreiben Bykaus an seine Landsleute, die Eigenständigkeit Weißrußlands betonend
Die ihm gewidmete Webseite bykau.by.ru
Informationen und Presse-Artikel in englischer Sprache

 

zwei seiner Erzählungen:
eine Nacht / die eigenen Leute

ein letztes Interview mit Vasil Bykau, Juni 2003

Requiem of a wounded soul, ein Nachruf

Artikel über Vasil Bykau in Central Europe Review, hier wiedergegeben mit Erlaubnis des Magazins:
Farewell to Vasil Bykau

The Lynching of a Language, Ein Interview mit Vasil Bykau über die weißrussische Sprache

Widening Cracks in the Wall, über den Schriftsteller Vasil Bykau

Bykau, das Gewissen Weißrußlands

These articles were first published by Transitions Online (TOL) at www.tol.cz.
TOL is a nonprofit Internet magazine and media development organization based in Prague and with branch offices in Moscow, Sarajevo, and London. TOL produces timely, original news and analysis, covering all 28 countries in the post-communist region through its network of local journalists and editors.“

und: http://www.charter97.org/eng/

 

Jul 222003
 

Mein Beitrag zu Vasil Bykau’s Tod hat mir einen interessanten Brief eingebracht:

Rydel aus Minsk schickte mir einen Hinweis auf den falschen Sprachgebrauch, es gäbe kein Weißrußland.
Und es ist wirklich so, das Land heißt Belarus, aber das Adjektiv belarussisch klingt ungewohnt und weißruthenisch ist auch sehr fremd.

Was tun? Linguistisch-historische Genauigkeit oder Sprachgewohnheit? Ich bin sehr unsicher darüber.

Jul 062003
 


Vasil Bykau

Vasil Bykau

Der große weißruthenische Schriftsteller Vasil Bikau starb kurz nach seinem 79. Geburtstag in Minsk.

Die Bevölkerung bereitete ihm ein Staatsbegräbnis, die Offiziellen mieden ihn.

Mit ihm verstummte eine Stimme für die Freiheit und die Individualität des Menschen.

ich bin froh, daß ich ihn kennenlernte konnte.

Informationen über Vasil Bikau habe ich hier auf einer Sonderseite zusammengetragen.