Jul 132004
 

Ich habe wieder mal festgestellt, daß in den Kulturjournalen die „Experten“ zwar die Autoren, über die sie reden, gelesen haben, aber nicht wirklich gelesen, nämlich nichts empfunden, empfangen, verstanden, aufgenommen haben.

Was ich meine? Sie plappern eine Hohlphrase nach der anderen vor sich her, und niemanden merkt man an, daß das, worüber sie sprechen, sie wirklich berührt…

Und Regina Guhl sagt: „Wenn man den ein oder anderen Samowar und Tee und russischen Wald einfach nur gedanklich streicht, kann man diese 100 Jahre einfach überlesen und steht sozusagen vor Leuten von heute.“

Anton Cechov

Anton Cechov

tja, und ich sah ihr die Freude über diese gelungene Formulierung an, und war sauer, denn gerade mit dieser Reihung von Vorurteilen bewies sie doch, daß sie diese Elemente eben nicht beiseiteläßt…

und was passiert dann, wenn sie diese Accessoires beiseiteläßt? Wenn sie vor den Leuten von heute steht? Sie bläst sich auf, ist kokett, aber sie ist nicht berührt.

Sie hat nichts von Tschechov verstanden, nichts gelernt, erhalten… weil sie nicht empfänglich ist

und das ist leider mit allen so, die sich in diesen Tagen in den Medien äußern, und deshalb wird auch nicht Peter Urban interviewt, der wirklich etwas sagen kann dazu, sondern eben diese Schwätzer

musste mal gesagt werden.

Leute, hört nicht denen zu, die gelesen haben, sondern lest lieber selbst!