Marcel Reich-Ranicki!

Marcel Reich-Ranicki

Sie haben es geschafft, unruhig und lebhaft und ideenreich 90 Jahre alt zu werden!

Ich habe sehr viel von Ihnen gelernt, Sie haben mir viele Bücher ans Herz gelegt, ich habe durch Sie Respekt vor der Literatur bekommen. Respekt habe ich ganz besonders vor Ihnen!

Möge Ihre Streitbarkeit uns noch lange erhalten bleiben!

Foto: (c) wikicommons

Auch wenn ich mich bei manchen Georg-Klein-Lesern in die Nesseln setzen mag, dieses Buch ist ganz schlecht.

Auf der einen Seite banale Personen und auf der anderen Seite eine grottenschlechte Idee: da würgt einer einen Homunculus aus und wird durch diesen zum Super-Arzt.

In einer Rezension las ich einen Vergleich dieses Autors mit Dietmar Dath, der vielleicht gar nicht so falsch war, denn dessen Buch “Sie schläft” hat mir auch nicht zugesagt.

Pseudo-Alltags-Sprache mit banalen Personen, und die Handlung muß dann durch diese schrägen Einfälle am Leben gehalten werden.

Das Titelbild zudem lockte mich auf eine ganz falsche Fährte: Ich hielt die dargestellte Person für eine schlechtgelaunte Prostituierte aus der Herbertstrasse in St. Pauli.

GeorgKlein: Sünde Güte Blitz
Gebundene Ausgabe: 192 Seiten
Verlag: rowohlt (16. März 2007)
Sprache: Deutsch
ISBN-10: 3498035320
ISBN-13: 978-3498035327

Mikhail Bulgakov

Einen besseren Nachruf als den von Christiane Pöhlmann kann es gar nicht geben:  Mir nach, Leser! auf glanzundelend.de

Monika MaronDas Buch von Monika Maron ist das erste dieser Autorin, das ich lese. Und das bedauere ich. Ich werde weitere Bücher von ihr suchen.

Sie schildert eine Frau, die in der DDR, welche mir so regelhaft und engstarrig erscheint wie nur möglich, ihren Beruf aufgibt und entscheidet, daß sie nie wieder für Geld ihren Kopf benutzen will.

Diese Frau schreibt auf, was ihr ein alter DDR-Apparatschik diktiert und immer schwächer wird ihr Widerstand. Sie kann sich nicht abschotten gegen die Selbstgerechtigkeit dieses alten Mannes. Sie verabscheut ihn und sie sagt ihm das auch.

Dann stirbt der Mann.

Der Frau geht es nicht besser, sie fühlt sich nicht frei durch seinen Tod. Sie hat den Hass, den Hass auf ihren Vater und das System, in dem er mitwirkte, ihr Leben lang mit sich herumgeschleppt und nun war er ausgebrochen. Ausgelöst durch diesen alten Mann.

Das Buch gibt einen Einblick in die seelische Landschaft der DDR und gehört in die Reihe der wenigen Bücher, die sich mit der Vergangenheit und der eigenen Verstrickung in diese Vergangenheit auseinandersetzen.

Ob die Auseinandersetzung gelingt, ob sie Befreiung bringt, wer mag das beurteilen?

Wir aus dem Westen, die nicht solcherart verstrickt waren, können das sicherlich nicht. Aber wir können aus Büchern wie diesen und von Autoren wie Monika Maron, welche ja selbst auch mit dem System verstrickt ist, IM oder nicht, Vater wichtig oder nicht, wir können lernen und versuchen, Wahrnehmungen und Empfindungen anzunehmen ohne vorschnell zu urteilen.

Monika Maron: Stille Zeile Sechs. SZ-Bibliothek Band 90
Gebundene Ausgabe: 224 Seiten
Verlag: Süddeutsche Zeitung / Bibliothek; Auflage: 1., Aufl. (5. Januar 2008)
Sprache: Deutsch
ISBN-10: 3866155409
ISBN-13: 978-3866155404
Pauline de Bok

Pauline de Bok: Blankow oder das Verlangen nach Heimat

Pauline de Bok lebte ein Jahr in einem aufgelassen, verlassenen Vorwerk in  Mecklenburg.

Dieses Vorwerk zeigt noch Spuren der Vorbewohner und so untersucht die holländische Autorin die Geschichte dieses unwirtlichen Platzes.

Sie erfährt von den Menschenströmen, die zu Kriegsende dort vorbeikamen, von den Menschen, die sich hier niederließen und von der gesellschaftlichen Umgestaltung der DDR, die die aktiven Menschen vertrieb und das Vorwerk wieder verkommen läßt.

Die Traurigkeit, die über dem Ort und den Menschen liegt, vermittelt sich dem Leser, vermittelte sich mir.

Und erreichte, daß ich ein Gespür für die Last der Geschichte bekam, die über diesen Landschaften und den Menschen liegt. Über die Heimatlosigkeit und das Gebundensein an einen Ort und das Verlieren dieses Ortes.

Da ich mich durch unser Haus in Ostvorpommern immer mehr mit der Geschichte Ostdeutschlands und den Menschen, die diese Zeit erlebt haben, beschäftige, war dieses Buch eine interessante Lektüre.
Denn an meinem neuen “Ort” habe ich noch nicht viel erfahren können. Jedenfalls nicht genug.

Pauline de Bok: Blankow: oder Das Verlangen nach Heimat
Gebundene Ausgabe: 310 Seiten
Verlag: Weissbooks; Auflage: 1 (7. September 2009)
ISBN-10: 3940888044
ISBN-13: 978-3940888044
Originaltitel: Blankow of het verlangen naar Heimat
Die Webseite der Autorin: http://www.paulinedebok.nl/
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