Apr 192008
 

ich glaube, ich habe die Literaturzeitung Volltext noch nicht vorgestellt.
Aber ich kann sie nur aus vollstem Herzen empfehlen.

Dmitrij Prigow

Dmitrij Prigow

Schon das Inhaltsverzeichnis der aktuellen Ausgabe 02/08 zeigt die interessanten Themen, zeigt auf, wie jenseits des Mainstreams Autoren vorgestellt, gewichtet, gewürdigt werden.

So findet sich ein langes Interview mit [link2post id=“77″]Dima Prigow[/link2post], das wenige Wochen vor seinem überraschenden , unerwarteten Tod geführt wurde, ebenso wie ausführliche Essays.

So schreibt Ernst-Wilhelm Händler „Der Zwang zum Bewusstsein. Zur deutschsprachigen Prosa der Gegenwart


Daraus ein kleiner Ausschnitt, ansonsten: kaufen Sie Volltext, abonnieren Sie Volltext!

Die gute Nachricht der Simulation von Literatur ist: Der Autor spricht im Roman nicht ständig von sich selbst. Das wäre kontraproduktiv, die Leserin würde kaum bereit sein, sich in den Autor hineinzuversetzen. Die schlechte Nachricht: Die Autoren sprechen außerhalb ihrer Bücher von nichts anderen als von sich selbst. Dabei korreliert das Unsäglichkeitsmaß der Selbstinszenierungen hochsignifikant mit dem Alter der Regieführenden.

Mrz 272008
 

Bernhard Schlink

Bernhard Schlink

ist Der Vorleser von Bernhard Schlink.

In einer präzisen, klaren, unprätentiösen Sprache erzählt Schlink die Geschichte, die im Alltäglichen das Unfaßbare der deutschen Geschichte, das Abgründige und das Persönliche so verknüpft, daß uns Lesern wohl jede leichtfertige Urteilerei nicht mehr möglich sein wird.

Wenn man sich auf die Lektüre einlässt.

Bernhard Schlink: Der Vorleser
Verlag: Diogenes Verlag; Auflage: 6 (Mai 1997)
Sprache: Deutsch
ISBN-10: 3257229534
ISBN-13: 978-3257229530
Feb 092008
 
Ilja Trojanow

Ilja Trojanow

Der Weltensammler“ von Iliya Trojanow ist eines dieser Bücher, die gelehrt, aber nicht belehrend sind, deren Erzählkonstruktion bestrickend ist:

ein englischer Kolonialoffizier, der sich an Grenzen des englischen Kolonialreiches hinauswagt in die fremde Kultur, der begierig diese Kulturen studiert und sich ihnen ausliefert. Der die Sprachen erlernt, sich die Religion so aneignet, daß es nicht mehr sicher ist, ob er Christ oder Muslim sei, der die Quellen des Nils sucht.

Indien. Arabien. Afrika. Die Erzählperspektive ist immer die Anderer, sein Diener, ein beratendes Gremium, ein ehemals nach Indien verschleppter Sklave, der ihn an die großen afrikanischen Seen begleitet.

Allerdings war mir die afrikanische Plackerei dann doch zu anstrengend, ich konnte nicht mehr nachvollziehen, warum Burton sich diese Qualen antut, und es hat mich zum Ende des Buches dann auch nicht mehr so recht gepackt..

Aber trotzdem ein sehr lesenswertes Buch! Trojanow ist ein „wohltuender“ Erzähler…

Iliya Trojanow, Der Weltensammler: Roman
Broschiert: 480 Seiten
Verlag: Dtv (August 2007)
Sprache: Deutsch
ISBN-10: 3423135816
ISBN-13: 978-3423135818

Sep 012007
 
Régis de Sá Moreira

Régis de Sá Moreira

ist vielleicht nicht ganz der richtige Titel für dieses poetische Büchlein.

Eher „der Buchhändler“.

Aber wie dem auch sei, ein wunderschöner, leichter poetischer Hauch, der von einem Menschen herüberweht, der sich in seine eigene Zauberwelt versponnen hat. Der drei Lieben verloren hat und der von drei Frauen von Anfang bis Ende vermißt wird.

Régis de Sá Moreira: Das geheime Leben der Bücher

Broschiert: 170 Seiten

Verlag: Droemer/Knaur (9. Dezember 2009)

Sprache: Deutsch

ISBN-10: 3426635992

ISBN-13: 978-3426635995

Aug 212007
 

Die Schachspielerin von Bertina Heinrichs ist ein ganz wunderbares Buch, still, ruhig, unaufgeregt.

Bertina Henrichs

Bertina Henrichs

Und ist doch eine Geschichte aus dem Leben.

Sie zeigt auf, wie aus kleinen Momenten gänzlich unvorbereitet ein ganz Großes wird. Ungeplant und überraschend.

Aber wohlverdient. Auch wenn Schachexperten die Fehler monieren, so mindert das nicht mein Lesevergnügen.

Das Titelbild mag Ihnen bekannt vorkommen. Ebenso wie die weißen Wolken auf blauem Himmel sind nunmal grüne Ranken auf blauen Türen das Motiv der Umschlaggestalter, wenn ihnen nichts mehr einfällt.

Bertina Henrichs: Die Schachspielerin
Verlag: Hoffmann und Campe (Februar 2006)
Sprache: Deutsch
ISBN-10: 345503165X
ISBN-13: 978-3455031652
auch als Paperback bei Heine erhältlich

Mrz 052006
 
Venedig erlesen

Venedig erlesen

die ich sehr schätze und die von einem sehr verdienstvollen Verlag herausgegeben wird:

Europa erlesen aus dem Wieser-Verlag

Moskau erlesen

Moskau erlesen

Diese kleinen Büchlein ermöglichen ein Wunder: lesend wird man zum Bewohner des vorgestellten Ortes odr der Region. Venedig, Galizien, St. Petersburg, Transkarpatien, Siebenbürgen – entweder möchte ich da hin oder war schon da.

So schöne Orte wie Czernowitz oder Krakau, aber auch „ideelle Orte“ wie Kurbäder tauchen in der Liste auf.

Immer aber setzte der jeweilige Band aus der Reihe dem Reise-Erlebnis noch einen Tick drauf.

Galizien erlesen

Galizien erlesen

Der Wieser-Verlag pflegt den Europa-Gedanken, bezieht explizit den Osten mit ein und es erscheint sogar ein Band „New York“ auf der Liste, der auf die europäischen Immigranten in New York rekurriert.

Nicht ganz so zufrieden war ich mit dem ersten Band aus der Reihe „Orient erlesen“, Iran. Denn anders als in der Europa-Reihe kommen hier nicht Literaturen und Schriftsteller aus dem Iran zu Wort, der größte Teil der Beiträge stammt von Iran-Reisenden. Eine vertane Chance.
Aber vielleicht verlegerisch nachvollziehbar.

St. Petersburg erlesen

St. Petersburg erlesen

Eine Schatzsuche und Entdeckungsreise zugleich. Aus der Vielzahl bekannter und unbekannter Namen entsteht das ganzheitliche Bild der Stadt und der Region, der Menschen, ihrer Sinne, ihrer Gefühle und Träume. schreibt der Verlag zu seiner Reihe.